10. Station an der Straße der Kinderrechte eröffnet

von | 29. Juli 2022 | Miteinander leben, streiten, wachsen

„Meine Stimme zählt, ich hab ein Recht, dass man mich hört. Ich bin kein Hund, kein Specht, ich bin ein Mensch mit Kinderrecht!“ klang es kräftig aus einem Kinderchor inmitten der großen und kleinen Gäste, die im Juli zur Einweihung der neu errichteten letzten Station an der Straße der Kinderrechte im Nürnberger Stadtpark erschienen waren.

Eingeweiht wurde der „Regenbogenpavillon“, der mit seinem bunt schillernden Dach für Schutz und farbenfrohes Leben steht. Auf der Tafel davor Artikel 23 der UN-Kinderrechtskonvention zur „Förderung behinderter Kinder“ zu lesen – auch in Blindenschrift. Damit die Botschaft des Pavillons alle erreicht, auch Menschen mit Seh- und Hörbehinderung, haben über vier Jahre Kinder der Waldauschule Nürnberg in Kooperation mit der Lebenshilfe Nürnberg das runde Häuschen zusammen entwickelt. Für die allen Menschen gemeinsamen Gefühle finden sich Emojis an der Station.
Verantwortliche aus der Stadtverwaltung von Familienreferat, Jugendamt, Gartenbauamt sowie zahlreiche Sponsoren feierten gemeinsam mit vielen Kindern stolz die Vollendung der Straße der Kinderrechte, die sie gemeinsam über 17 Jahre als Projekt bewegt hatte.

Alle sollen die Kinderrechte kennen

Der Regenbogenpavillon ist ein wesentlicher Beitrag, Nürnberg schrittweise inklusiver zu gestalten, als Teil des 2021 beschlossenen Nürnberger Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, der die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung in Nürnberg verwirklichen soll.

Die 1989 in der Kinderrechtskonvention festgeschriebenen Menschenrechte, die besonders die Bedürfnisse von Kindern mit ihrer politischen, sozialen und wirtschaftlichen Stellung berücksichtigen wurden von 193 Staaten unterschrieben. Mit 54 Artikeln ist es damit der am meisten angenommene Menschenrechtsvertrag, dem nur die USA und Somalia nicht zustimmten.
Kinder sind demnach nicht nur dem Schutz und der Fürsorge durch Erwachsene unterstellt, sondern Träger eigener Rechte, die ihre eigene Entwicklung mitbestimmen sollen und können. Dazu ist es notwendig, dass Kinder ihre Rechte kennen, wie der Nürnberger Oberbürgermeister Markus König betonte, und dass alle auch dort helfen, wo es wie in der Ukraine täglich viele Kinderrechtsverletzungen gebe: „Ihr seid alle Botschafter der Kinderrechte!“

Schirmherr der Straße war einst der israelische Künstler Dani Karavan (+2021), der die Nürnberger Straße der Menschenrechte gestaltet hatte wünschte: „May all cities, all around the world, have a place for the rights of children, of every race, gender and sex.“ – „Mögen alle Städte auf der ganzen Welt einen Platz für die Rechte von Kindern jeder Rasse, jedes sozialen und biologischen Geschlechts haben.“

Was so selbstverständlich klingt, braucht jeden Tag auch in Nürnberg viele achtsame Erwachsene und selbstbewusste Kinder, wie sie bei der Feier für das Regenbogentempelchen sicht- und hörbar wurden.
Die Straße der Kinderrechte mit ihren zehn bunten begeh- und bespielbaren Stationen lohnt in jedem Fall einen Besuch. Straße der Kinderrechte im Nürnberger Stadtpark – Kinder und Jugendliche in Nürnberg (nuernberg.de)

 

 

 

Hier sind alle Kinderrechte im vollständigen Wortlaut zu lesen:
https://www.fuer-kinderrechte.de/wissen/die-un-kinderrechtskonvention-von-vorne-bis-hinten

Eine Zusammenfassung der 10 wichtigsten Kinderrechte gibt es als illustriertes Büchlein beim Bündnis für Familie: Kinder haben Rechte (nuernberg.de)

Über die Autorin:
Karin Charlotte Melde – Jahrgang 1958
Trainerin f. Gewaltfreie Kommunikation nach M.B. Rosenberg, Autorin, Leiterin von Schreib-werkstätten
Mutter einer Tochter / Großmutter von Zwillings-Enkelinnen
Bewohnerin eines Mehrgenerationenhauses mit 100 Nachbar*innen www.wingmbh.de
Kontakt: DIE WORTBINDEREI Text / Kommunikationstraining / Schreibcoaching
melde@wortbinderei.de
www.wortbinderei.de

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Bildnachweis: Melde, Anestis Aslanidis