Zeit für eine Pause

von | 7. April 2020 | Miteinander leben, streiten, wachsen

Während in den Schulen der Gong ertönt und in den Büros Beschäftigte ihre Mittagspause, dank fester Zeiten, wie von selbst einhalten, neigen wir im Homeoffice dazu unsere Arbeit „nur noch schnell“ fertig zu machen. Danach wartet bereits ein Kind mit Schulheft, das zwei Fragen und Hunger hat. Und das ist der Idealfall! Denn zumeist warten Kinder nicht unbemerkt und die Rollen vermischen sich dieser Tage: Im Homeoffice findet nebenbei ein Bastelangebot statt und es werden Anweisungen erteilt, damit der Tisch schon mal gedeckt wird. Sport- und Freizeiteinrichtungen haben geschlossen, so fällt nach getaner Arbeit der gewohnte Ausgleich vorerst weg. Die entstehenden Zeitfenster füllen sich wie von allein mit Dringendem und inmitten der allzeit anwesenden Familienmitglieder, bedürfen wir dringend einer Pause.

Zum Erholen braucht es einen geeigneten Ort. Für jüngere Kinder sind „neue“, zurückgezogene, kuschlige Plätze prima. Eine Höhle etwa, die entsteht, wenn man eine große Decke über einen Tisch legt und Kissen und Decken bereithält. Was dann zu tun ist, wissen Kinder von selbst.

 

 

Und für Erwachsene? Eine einfache Möglichkeit ist die tägliche Verabredung mit dem Sofa und der Tasse Tee. Dann tut man einfach mal einen kurzen Moment gar nichts. Sitzt da, spürt die Füße auf dem Boden, fühlt die warme Tasse in der Hand, schließt die Augen, nimmt einen tiefen Atemzug und ist dankbar. Dankbar?! Ja, dankbar für die bequeme Sitzgelegenheit, dankbar im Augenblick so viel Zeit mit seinen Kindern zu verbringen, dankbar für die Sonne, welche die Füße durch das Fenster wärmt, etc.. Von Frieden und fließend Wasser bis gute Bücher in den Regalen – es gibt nahezu unbegrenzt Gründe zur Dankbarkeit.

Keine Zeit? Gerade bei sehr begrenzten Freiräumen für Pausen, etwa weil die Kinder noch sehr klein sind, tut es gut immer wieder mal innezuhalten, das Wichtigste zu identifizieren und auch nur das zu tun. Das gilt bei der Bewältigung von Aufgaben, aber auch bei den eigenen Bedürfnissen: Was ist jetzt gerade am Wichtigsten für mein Wohlbefinden? Ein Glas Wasser trinken, das Fenster öffnen, ein warmer Pullover?

Wer dagegen ein Mehr an Entspannung braucht und konkretere Anleitung sucht, der findet Kurse zum Erlernen von Entspannungsverfahren und zur Stressbewältigung. Sie werden auch als Onlinekurse angeboten. Achtsamkeit/MBSR, Hatha Yoga und Autogenes Training sind nur einige Methoden. Anbieter und Informationen finden sich im Internet oder direkt auf der Website der eigenen Krankenkasse. Die Zertifizierung durch die Zentrale Prüfstelle Prävention ist ein guter Anhaltspunkt für Qualität. Unter https://www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/leistungen-gesetzliche-krankenkassen/apps/stress/ finden Sie neben Online-Kursangeboten auch kostenlose Apps zum Thema.

Nicht zuletzt können entspannende Pausen auch bei Sorgen helfen. Unsicherheit, Überforderung und kreisende Gedanken können wir für eine Weile loslassen indem wir unsere Aufmerksamkeit auf das richten was jetzt gerade um uns und in uns geschieht – ohne darüber zu werten und ohne etwas zu erwarten. Ob wir dazu eine erprobte Entspannungsmethode nutzen, uns auf dem Sofa in Dankbarkeit üben oder inmitten des Familienalltags kurz innehalten: Wichtig ist vor allem, DASS wir Pausen machen, und zwar regelmäßig und etwas früher als wir es für nötig erachten.
In diesem Sinne: Vergessen Sie die Pausen nicht und kommen Sie gut durch diese Zeit!

Hier geht es zu den Corona-Infos der Stadt Nürnberg:
https://www.nuernberg.de/internet/stadtportal/index.html

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