Tour Natur und Geschichte – ein Streifzug durch das Pegnitztal Ost

von | 30. August 2021 | Freizeit!!!

Der Grünzug im Pegnitztal Ost ist einer der attraktivsten Freiraumverbindungen der Stadt. Neben einer stadtnahen Wegführung von Laufamholz bis zum Wöhrder See verläuft die Route (Länge 4,5 km) entlang vieler hochwertiger Biotope, Denkmäler und Freizeiteinrichtungen.

Mit der Buslinie 40 oder der S1 geht es nach Laufamholz – mit dem Bus bis zur Haltestelle Henfenfelder Straße. Über die Laufamholzer Straße und einem Trampelpfad geht es zum Rüblander Uferweg, der parallel zur Pegnitz verläuft.

 

Hier haben Biber ein Revier und es lohnt sich auf angenagte Äste oder Bäume zu achten. Dies gilt für den gesamten Weg – das größte heimische Nagetier hat die gesamte Pegnitz in Beschlag genommen. Kurz vor der Satzinger Mühle gibt es noch einen Bereich mit starken Biberaktivitäen.

 

 

 

Industriedenkmal Hammer

Schon nach 200 Metern taucht das ehemalige kleine Dorf „Hammer bei Laufamholz“ auf. Kern dieses heutigen Industriedenkmals war eine Mühle aus dem 13. Jahrhundert. Aus ihr entwickelte sich im 16./17. Jahrhundert ein Messinghammer mit Schleifmühle. Seit der Zerstörung im 30 Jährigen Krieg (Ende 1648) hat Hammer den Charakter einer geschlossenen und befestigten Industriesiedlung mit Arbeiterwohnhäusern, Gast,- Uhren- und Schulhaus.

In der Platzmitte steht auf einem Stufenpodest ein Obelisk, eingezäunt von vier Granitpfeilern mit Ketten. Der Obelisk befand sich ursprünglich im Volckamerschen Garten in Gostenhof und wurde 1861 hier neu errichtet.

 

 

Größte Hecke Nürnbergs

Auf dem Uferweg geht es weiter in Richtung Westen, hinunter zum Fluss und durch das dichte Ufergehölz.

Sobald der Weg wieder ins Freie tritt, kann man links Nürnbergs größte Hecke erkennen.

Typisch für eine naturnahe Hecke sind große, mächtige Altbäume unter deren Schirm die Sträucher eine 15 Meter oder mehr breite Hecke bilden. Hier sind Stieleichen mit Winterlinden, Eschen und Bergahorn gemischt. Fast auf der ganzen Länge ist ein Heckensaum aus Holunder, Schlehe und Pfaffenhütchen vorhanden. Der Unterwuchs zeigt den Nährstoffreichtum des Standortes mit bekannten Pflanzen wie Giersch, Brennnessel oder Kletten-Labkraut an.

Der Weg führt weiter an der Pegnitz entlang und bietet immer wieder interessante Blicke auf den Fluss und nach 900 Metern liegt die

Ruine Oberbürg

Das ehemalige Wasserschloss Oberbürg liegt links im Gehölz. Aus einem Gutshof, der zum Schloss Unterbürg gehörte, entwickelte sich bis zum 17./18. Jahrhundert eine eigenständige barocke Schlossanlage. Nach dem Bombenangriff in der Nacht vom 28. auf den 29. August 1943 wurde die Anlage endgültig zur Ruine. Heute sind noch das Portal des ehemaligen Herrenhauses und Reste der Ummauerung mit Rundtürmen zu erkennen.

Entlang des Hauptwegs geht es weiter flussabwärts in Richtung Wöhrder See. Nach 500 Metern tritt man wieder aus dem Ufergehölz auf eine Wiese. Diese Wiese ist jedoch ganz besonders: auf der sandigen Düne wachsen Sandglöckchen, Sandgrasnelke oder der Kleine Sauerampfer. Hier kann man über einen echten Sandmagerrasen laufen.

Nach 200 Metern muss man sich an der Weggabelung links in Richtung des Langssee-Bads halten. Über die Ebensee-Straße geht es 400 Meter durch die Siedlung. An der Blumröderstraße rechts und schon ist man wieder in der parkartigen Landschaft des Pegnitztals.

Links des Weges entdeckt man Altwasser-Strukturen mit Verlandungszonen und ein Feuchtwiesen-Komplex. Hier kann man problemlos verschiedene Distelarten erkunden oder die Blaugrüne Mosaikjungfer, eine Großlibelle beobachten. An feuchten bis nassen Standorten blüht die gelbe Sumpfschwertlilie und der weiße Froschlöffel.

20 Jahre nach Anlage der Biotope hat sich eine extrem artenreiche Lebensgemeinschaft eingestellt, die in ihrer Vielfalt natürlich nur durch Pflege erhalten werden kann. Zwei Tafeln informieren hierzu vor Ort genauer.

Kurz vor der Pegnitz bietet sich der

Naturerlebnispfad

.. zum Besuch an. Die insgesamt 25 Erlebnisstationen starten mit den Wassertrittsteinen, die quer über das Flussbett führen. Außerdem gibt es ein Liegekino, ein Dendrophon oder einen Balancierbalken.

Man verlässt jetzt die alte Kulturlandschaft mit Weiden, Obstbäumen und vielleicht vielen Schafen, sobald es auf die Satzinger Mühle zugeht.

Die Mühle stammt aus dem Mittelalter und bietet heute eine Einkehrmöglichkeit. Mit Straßenbahn, Bus oder S-Bahn kommt man von der Satzinger Mühle gut nach Hause.

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Bildnachweis: Gerhard Brunner