Tour Natur und Geschichte – Auf den Schmausenbuck

von | 9. August 2021 | Freizeit!!!

Der Schmausenbuck liegt mit seinen 360 Metern Höhe etwa 60 Meter über der Stadt. Vor 1682 hieß dieser Hügel noch Reuhelberg, bevor er zur Ehren seines neuen Besitzers, des Bierbrauers Georg Schmaus, umbenannt wurde. Heute ist der Schmausenbuck wunderbar zum Spazierengehen oder Sporttreiben. Und das Beste: Mit der Straßenbahnlinie 5 geht es in 20 Minuten vom Bahnhof zum Tiergarten am Fuß des Schmausenbucks. Öffentlich kann man auch mit der Buslinie 65 zum Startpunkt der kleinen Wanderung (ca. 3 km) gelangen.

Achtung: Das Gebiet des Schmausenbucks ist von einer Vielzahl an Wegen und Pfaden durchzogen, die auch parallel verlaufen können. Deshalb gilt es hier, die grobe Richtung zu halten und sich an den größeren Wegen zu orientieren.

Von der jeweiligen Haltestelle geht es in Richtung Eingang des Tiergartens; jedoch folgt man dem Fußweg, der vor der Kasse in Richtung Wald führt. Es geht über eine kleine Parkplatzfläche halbrechts bergauf weiter. Bereits jetzt befindet man sich im Wald, der den Schmausenbuck ausmacht: Am Fuße des Berges sind es vor allem Kiefern mit Eichen und Buchen oder Ahorn-Arten im Unterwuchs. Sobald die Straße zum ehemaligen Tiergartenhotel gequert wird, nimmt der Anteil der Laubbäume weiter zu. Aber auch die Tanne findet sich häufiger unter den aufwachsenden Gehölzen. Der Wald wird vielfältiger.

Nach ca. 200 Metern trifft man auf einen breit ausgebauten Forstweg, der nach rechts steil bergauf führt. An ihm steht eine über 200 Jahre alte Eiche, die schon von Spechten, Pilzen und Ameisen ausgehöhlt wurde. Sobald der Tiergartenzaun in Sicht kommt, knickt der Weg rechts ab. Im Wald kann man jetzt schon die Ausläufer der Steinbrüche erkennen. Den letzten Anstieg bewältigt man über eine Treppe mit Holzstufen, die zur Kuppe des Schmausenbucks leitet.

Ökologisch betrachtet ist der Schmausenbuck eine „Baumoase“. Die Eichen sind meist über zweihundert Jahre alt – der älteste Baumbestand auf Nürnberger Stadtgebiet bildet hier einen hallenartigen Raum. Der lehmige Sandstein im Untergrund ermöglicht das Wachstum der anspruchsvollen Traubeneiche. Dieser Baum hat kleinere, länger gestielte Blätter als die verwandte Stieleiche. Der Name rührt von den traubenartig zusammenstehenden Eicheln her.

 

Zwischen den Bäumen steht der erst im Jahr 1888 errichtete und 41 Meter hohe Aussichtsturm. An Wochenenden ist der Turm geöffnet und bietet einen umfassenden Blick über den Reichswald. Von oben kann man die Weite des 10.000 Hektar großen Sebalder und des 15.000 Hektar umfassenden Lorenzer Reichswalds richtig erfassen.

Jetzt geht es geradewegs wieder bergab. Im Bestand links des Weges stehen einige mächtige Eichen und Buchen – aber es liegen auch vom Sturm gefällte Baumriesen herum. Ca. 200 Meter nach dem Turm biegt der Hauptweg nach rechts. Wir halten uns aber links und biegen auf einen schmalen Pfad ein, der auch mal schlammig sein kann.

Es geht am Hochbehälter Schmausenbuck entlang. Hier wird ein großer Teil des Nürnberger Trinkwassers gespeichert und fließt zu den Wasserhähnen in den Häusern der Stadt. Sobald der Weg wieder auf eine asphaltierte Straße trifft, spendiert die Nürnberger EWAG den durstigen Wanderern das saubere, kühle Trinkwasser – an einem kleinen Brunnen kann man sich seine Trinkflasche füllen.

 

Auf der gegenüberliegenden Seite geht es auf zahlreichen Pfaden hinein in die Steinbrüche – aber Achtung – es gibt hier Felswände mit bis zu 10 Meter Höhe bzw. Absturzhöhe, je nachdem auf welcher Seite man sich befindet!

 

Die alten Steinbrüche gibt es seit dem Mittelalter. Aus ihren Steinen wurden die Häuser der Nürnberger Altstadt und auch die Lorenzkirche errichtet. Die alten Brüche bereichern heute die Biotopvielfalt im Reichswald. Aber in ihnen wird auch geklettert oder mit dem Mountainbike herumgekurvt. Auch der Waldkindergarten nutzt die Flächen für Naturerlebnis-Aktivitäten.

Am Eingang zu den Steinbrüchen haben sich die letzten Steinmetze mit ihren Wappen im Fels verewigt. Im Prinzip zieht sich ein Hauptweg von Ost nach West durch die Brüche. Aber es ist nicht so schlimm, wenn man von diesem abkommt. Man sollte nur die Richtung zum Tiergarten halten und sich bergab orientieren. Dann trifft man unweigerlich wieder auf einen der Hauptwege, die zum Eingang des Tiergartens und zu den Haltestellen von Bus und Straßenbahn führen.

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Bildnachweis: Gerhard Brunner, Google Maps