Radfahren in der Stadt Teil 3: Transportieren mit dem Rad

von | 17. September 2021 | Freizeit!!!, Miteinander leben, streiten, wachsen

Radfahren ist Unabhängigkeit (fragt Frauen…). Und manchmal sogar fast ein bisschen wie die Erfüllung des Traums vom Fliegen, auch wenn die Straßen in Nürnberg nicht überall zum Radfahren einladen. Doch Radfahren ist eine Kulturtechnik für jede*n, um mobil und überall dabei zu sein. Außerdem ist Radfahren gesund, klimaverträglich und eine preisgünstige Art der Fortbewegung. In dieser Serie verrät Nicola Mögel vom ADFC Nürnberg ein paar Tricks zum Radfahren Lernen, macht auf Radtouren in und um Nürnberg aufmerksam und widmet sich dem Einsatz des Fahrrads als Lastenesels.

Transportieren mit dem Rad

Mit Kind und Kegel durch Stadt und Land, oder weniger prosaisch: wie transportiere ich Kinder, deren gesamtes Sandspielzeug und die Einkäufe bequem, sicher und umweltfreundlich ohne Auto? Wenn es wirklich das volle Programm sein soll, dann bleiben ein Lastenrad mit Kabine (Transportbox) oder ein Fahrradanhänger als Alternative. Soll lediglich der Nachwuchs in die Kita, dann gibt es noch den Fahrradsitz oder spezielle Lastenräder mit Sitzflächen für größere Kinder hinter der Fahrer*in.

Allein bei Lastenrädern steht man schnell vor der Frage: Zwei Räder, drei Räder, E-Lastenfahrrad oder ohne Motor? Für ein Kind, für zwei Kinder, hintereinander oder nebeneinander? Für jede dieser Anforderungen gibt es jede Menge Auswahl. Wer Kinder transportieren will, sollte sich daher zuerst über seine eigenen Vorstellungen im Klaren sein, um sich dann im Internet eine Übersicht über die am Markt befindlichen Modelle verschaffen. Angesichts enormer Spielräume beim Preis gilt es das eigene Budget festzuzurren und – ganz wichtig bei Lastenrädern, aber auch bei Anhängern – die Abstellfläche, also die Parkplatzfrage vorab zu lösen.

Wer bereits sein Kleinkind mit dem Rad transportieren will, braucht sollte noch mehr Wert auf Sicherheit legen als bei einem größeren Kind. Hierfür bieten sich eine Liegeschale für Fahrradanhänger oder ein Maxi-Cosi an. So ist der Nachwuchs sicher angeschnallt und vor Stößen eher geschützt. Die Erfahrung zeigt, dass Fahrradanhänger und Lastenräder aufgrund ihrer Breite von Autofahrer*innen weniger schneidig überholt werden, als normale Fahrräder oder eben auch Fahrräder mit Kindersitzen.

 

Grundsätzlich gibt es auch für den Kindertransport auf dem Fahrrad Regelungen in der Straßenverkehrsordnung. Auf dem Fahrrad darf man nur Personen befördern, wenn man als Fahrer*in mindestens 16 Jahre alt ist. Das auf dem Rad beförderte Kinder darf höchstens sieben Jahre alt sein. Ein Mindestalter für die Kinderbeförderung gibt es nicht. Kinder über sieben Jahren oder Erwachsene dürfen auf dem Rad nicht mitfahren. Im Fahrradanhänger dürfen höchsten zwei Kinder mitfahren. Erwachsene dürfen auch nicht in Anhängern mitfahren, aber in Lastenrädern, die für die Personenbeförderung zugelassen und geeignet sind.

 

 

Lastenräder und Gespanne mit Fahrradanhängern werden für die Kinder schnell zu einem „zweiten Zuhause“. Auch im geparkten Zustand sollten die Räder also stabil von sich aus stehen bleiben. Damit die Kinder allein raus und rein klettern können, ohne dass das Rad umfällt, ist daher beim Fahrrad und einspurigen Lastenrad der Fahrradständer enorm wichtig. Ein zweispuriges Lastenrad bleibt von alleine stehen. Es ist allerdings gewöhnungsbedürftiger mit einem Dreirad zu fahren. Zumeist ist die Transportkiste mit den beiden Rädern vorne und das Lenken erinnert mehr an einen Schiebewagen als an ein Fahrrad.

Das Fahren mit dem Anhänger oder Lastenrad erfordert generell etwas Übung. Denn Länge und Schwerpunkt weichen stark vom gewohnten Fahrrad ab – und damit das Fahrgefühl. Bevor also die Kinder eingepackt werden, ein paar ordentliche Runden ohne die wertvolle Fracht auf einem verkehrsarmen Platz fahren. Dann kann es losgehen. Viel Spaß dabei!

 

ANLaRa-Lastenrad des ADFC Nürnberg

Wer gerne ein einspuriges E-Lastenrad mit Transportkiste ausprobieren möchte, kann sich ANLaRa, das ADFC Nürnberg LastenRad, ausleihen. Es ist allerdings kein Kindertransporter und für den Personentransport nicht zugelassen. Dafür passt der Wocheneinkauf einer fünfköpfigen Familie spielend in die 100-Liter-Box.
Kostenlose Ausleihe derzeit nur auf Anfrage unter kontakt@adfc.nuernberg.de

 

 

Weiterführende Links:
Kindertransport: www.adfc.de/themen/im-alltag/familie-und-kinder/kindertransport
Lastenräder: www.adfc.de/artikel/lastenraeder/
Lastenrad für alle, ein Projekt des BLUEPING e.V., bietet eine kostenlose Ausleihe von Lastenrädern in Nürnberg unter www.lastenradfueralle.de
Lastenrad für alle sucht übrigens noch Rad-Pat*innen: Pat*in werden – Lastenrad für alle (lastenradfueralle.de)

 

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Bildnachweis: Caro, Radentscheid Nürnberg, Nicola Mögel, Klemi, radentscheid Nürnberg, N. Dischinger