„Mit dem Tod der anderen muss man leben…“ (Mascha Kaleko)

von | 15. Oktober 2021 | Miteinander leben, streiten, wachsen, Mutmachgeschichten für Alleinerziehende, Sagen Sie mal…

Das Zitat der Lyrikerin Mascha Kaleko ist auf der Homepage der Evangelischen Fachstelle Alleinerziehende zu finden und es trifft den Kern dessen, was Anne-Margret Wild im Team der Fachstelle anbietet: Unterstützung dabei, den Tod eines geliebten Menschen zu verkraften.

Seit einem Jahr ist Anne-Margret Wild zuständig für die Arbeit mit jung verwitweten Männern und Frauen, die Kinder unter 18 Jahren haben: „Das ist nochmal eine ganz andere Last als die, die Alleinerziehende zu tragen haben, die nicht mit dem Tod des Partners oder der Partnerin kämpfen,“ erläutert sie.
„Neben der Tatsache, auf einmal allein die Gesamtverantwortung für die Familie tragen zu müssen, belastet junge Witwen und Witwer die Verlustbewältigung. Viele Fragen stürmen auf sie ein: Wie geht es den Kindern? Wie werde ich mit meiner Trauer fertig, neben der Bewältigung des neuen Alltags? Wie komme ich finanziell zurecht? Gerade die Frage der Finanzen drückt Frauen, die nur in Teilzeit, oder gar nicht, berufstätig waren. Denn in dieser Situation steht dann oft ein Umzug an, weil das alte Haus oder die bisherige Wohnung nicht mehr zu finanzieren sind.“

Gespräche und Treffpunkte können diese tiefgreifenden Probleme nicht lösen, aber Anne-Margret Wild beteuert, sie seien ein wertvolles Angebot für jung Verwitwete, um aushalten zu können, was ihnen widerfahren ist: „Kurz nach dem Tod des Partners erfahren die Meisten viel Unterstützung von ihrem Umfeld. Danach funktionieren die meisten Betroffenen nach außen hin wie zuvor und Bekannte haben oft Angst, den Tod des Partners oder der Partnerin nochmal anzusprechen. Für die, die diesen schweren Verlust zu tragen haben, ist aber meist auch nach ein oder zwei Jahren nichts wieder `normal´. Es kann sehr wohltuend sein, in Austausch zu kommen mit Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden.“
Individuelle Beratung, monatliche Gruppenangebote, Samstagswanderung… die Formen der Angebote der Fachstelle für Alleinerziehende sind für diese Zielgruppe sehr vielfältig.

Ob Trauercafé oder Seminar – Kinder können parallel zu Gruppenangeboten immer betreut werden. In Kooperation mit dem Hospizverein wird es bald auch den Versuch einer trauersensiblen Arbeit mit den Kindern geben.
Anne-Margret Wild ist Diplom-Pädagogin, Heilpraktikerin für Psychotherapie und sie hat eine personzentrierte therapeutische Ausbildung für Kinder und Jugendliche. Das hilft ihr, wenn es in der Beratung der Mütter und Väter um ihre Kinder geht.
Wenn es um die Trauerbewältigung der Kinder geht, arbeitet sie auch eng mit dem Trauerzentrum Lacrima zusammen, das Trauergruppen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene anbietet.

 

Neben dem Angebot, die Trauerbewältigung zu unterstützen, kann Anne-Margret Wild aber auch Informationen und Beratung zu „handfesten“ Alltagsfragen anbieten – vom Weg zur Mutter-Kind-Kur bis zu Hilfen zur Erziehung oder finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten.

Durch rege Netzwerkarbeit erfahren jung Verwitwete von ihrer Arbeit, oder auch durch Gemeindebriefe, durch das Heft „Angebote für Trauernde“ des Hospizvereins oder durch Mundpropaganda.

Im Internet führt der folgende Link auf die Homepage:
https://www.alleinerziehende-nuernberg.de/verwitwete-mit-kindern
Beim Trauer-Seminar „Hilfe, mein Kind braucht mich und ich kann nicht mehr!“ am 23.10.21 von 10 bis 14 Uhr geht es um Kraftquellen in Zeiten der Trauer, die Homepage verrät mehr darüber.

 

„Verwitwet mit Kindern in (Nord-)bayern“ ist der Name einer geschlossenen Facebookgruppe, der jung Verwitwete angehören, mit denen Anne-Margret Wild in Kontakt ist. Sie bietet die Möglichkeit, dass Betroffenen in (Nord-)bayern sich vernetzen und austauschen können.

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Bildnachweis: pixabay, A-M. Wild, Alleinerziehende