„Macht das einfach!“ Elternzeit für Väter bei der Stadt Nürnberg

von | 13. November 2020 | Familie und Beruf - Alles gut vereinbar?!, Sagen Sie mal…

In jungen Jahren hat Fabian Körber bereits viel erreicht und trägt eine ordentliche Portion an Verantwortung: Bei der Stadt Nürnberg ist er Gesamtpersonalratsvorsitzender, im Privatleben engagierter Vater von zwei Kindern.


Mit erst 29 Jahren kann er mit Stolz bereits auf einige Erfahrung zurückblicken:

„Ich habe meine Ausbildung als Verwaltungsfachangestellter bei der Stadt Nürnberg gemacht. Später noch die Weiterbildung zum Verwaltungsfachwirt,“ erzählt er.
„Danach habe ich in ganz unterschiedlichen Dienststellen mitgewirkt: Zum Beispiel war ich im Organisationsamt, im Bereich Veranstaltungsmanagement, für den Historischen Rathaussaal zuständig. Ich war im Personalamt betraut mit dem Thema „Ruhestandsversetzung von Beamten“. Und ich hatte erste Kontakte mit dem GPR – dem Gesamtpersonalrat – als junge Bürokraft.“

Fabian Körber hatte sich bereits in der Auszubildendenvertretung der Stadt Nürnberg engagiert: „Dann bin ich im Personalrat recht schnell aufgestiegen und war stellvertretender Vorsitzender des GPR. Als dessen Vorsitzender in Ruhestand ging, wurde ich vor zwei Jahren zum Nachfolger gewählt.“
Für diese Tätigkeit ist er freigestellt: „Gesamtpersonalratsvorsitzender zu sein in einer Verwaltung mit rund 12 000 Beschäftigten, das ist durchaus anspruchsvoll und – wie ich finde – spannend.“
Schließlich sei die Belegschaft sehr heterogen: „Das reicht vom Juristen bis zum Bautechniker, von der Erzieherin bis zum Feuerwehrmann.“
Alle stadtinternen Themen, die Beschäftigte betreffen, beschäftigen auch den Gesamtpersonalrat: „Da ging es aktuell zum Beispiel um die Veränderung von Kernarbeitszeiten in einem bestimmten Bereich – ein Thema, das viel zu tun hat mit Familienfreundlichkeit! Wir setzen uns momentan viel auseinander mit Fragen der künftigen Digitalisierung, mit Regelungen für mobiles Arbeiten.“ Letzteres hat natürlich gerade durch die Coronakrise eine noch höhere Bedeutung für städtische Beschäftigte gewonnen.

Wie vereinbart Fabian Körber seine verantwortungsvolle Berufstätigkeit mit dem Familienleben?

„Ich bin verheiratet und wir haben zwei Jungen, die ein und zwei Jahre alt sind. Mittlerweile arbeite ich wieder in Vollzeit, aber nach der Geburt meiner beiden Söhne hatte ich insgesamt 6 Monate lang Elternzeit in Teilzeit genommen. In meinem Fall war ich „nur“ 30 Stunden berufstätig und hatte so mehr Zeit für die Familie.“


Warum diese Art von Teilzeit-Elternzeit?

„Als Führungskraft komplett längere Zeit zu fehlen – das wäre schwer machbar gewesen. Außerdem hatten meine Frau und ich eine Immobilie erworben, so dass es uns auch um ein gut zu stemmendes finanzielles Risiko während der Elternzeit ging.“

Klar, sei es für sein Team auch nicht immer einfach gewesen, dass der Chef ein halbes Jahr lang weniger präsent war: „Aber die meisten von uns haben selber Kinder oder Enkelkinder und bringen Verständnis für das Thema mit. Wir sind ein tolles Team, in dem Familienfreundlichkeit gelebte Kultur ist!“

Das ist noch nicht in jedem Bereich der Stadtverwaltung so, Fabian Körber weiß das von Beschäftigten. Fabian Körber sieht in manchen Dienststellen durchaus noch Verbesserungsbedarf im Umgang mit dem Thema „Elternzeit für Väter“.
„Man kann ja nicht einfach von einem Tag auf den anderen den Schalter umlegen in einer so großen Verwaltung. Aber es bewegt sich was! Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ist ein großes Thema in Führungskräftequalifikationen. Als das Thema „Väter“ auf der Agenda einer Konferenz des Bündnisses für Familie für die Stadtverwaltung stand, war das Interesse sehr groß.“

Seine Frau, ebenfalls im öffentlichen Dienst beschäftigt, hatte nach Geburt des ersten Sohnes 12 Monate Elternzeit genommen: „Vorher hatte sie noch einen beruflichen Lehrgang absolviert: Sie war damals am 30. Januar letztmals in der Verwaltungsschule und am 31. Januar kam unser Sohn zur Welt! Mittlerweile belebt der zweite Sohn die kleine Familie und Fabians Frau entschied sich, ihre 12monatige Elternzeit zu verlängern, da er gesundheitliche Probleme hat, denen sie sich mehr widmen möchte.

Was sind seine Tipps für werdende Väter?

„Ich sage immer – auch wenn es abgedroschen klingt: Macht das einfach! Nehmt Elternzeit! Diese ersten Jahre eurer Kinder vergehen schnell und kommen nicht zurück! Ich erlebe die kleinen und großen Fortschritte sooo intensiv, ob es das erste Essen fester Nahrung ist, oder ob es die ersten eigenen Schritte sind. Wie schön, dabei sein zu können!

Ein weiterer Tipp: Setzt Euch frühzeitig mit Eurem Partner/Eurer Partnerin zusammen und beschäftigt Euch mit den Themen Elterngeld und Elternzeit! Auch für uns war das Ausfüllen des Elterngeldantrags etwas knifflig. Es macht echt Sinn, sich miteinander gut zu verständigen und unterschiedliche Modelle durchzurechnen!“

Das Rollenbild des Mannes als Ernährer, so Fabian Körber, sei in den letzten Jahren durchaus ins Wanken geraten. Allerdings beobachtet er als Personalrat auch aufmerksam, ob die Coronazeit eventuell alte Rollenbilder wiederbelebt und Frauen mehr in die Zuständigkeit für Kinderbetreuung drängt: „Wir werden es sehen und müssen aufpassen“.

 

 

Hier geht es zum Karriereportal der Stadt Nürnberg:
https://www.nuernberg.de/internet/arbeitgeberin/

und hier gibt das Bündnis für Familie wertvolle Tipps an werdende Eltern weiter:
https://www.nuernberg.de/internet/buendnis_fuer_familie/elternvideo.html

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Bildnachweis: Fabian Körber