KINDERTAG!

von | 4. Juni 2019 | Miteinander leben, streiten, wachsen

Mit dem Feiern kann man schnell durcheinander kommen: Am 1. Juni ist der Internationale Kindertag, am 20. September hingegen Weltkindertag. Falls Sie sich fragen, was der Unterschied sei: Es gibt keinen, nur das Datum natürlich! Außer, dass man den 1. Juni in der ehemaligen DDR gefeiert hat und den 20. September im Westen. So war das eben mit den Machtblöcken: Haben die einen A gesagt, erwiderten die anderen aus Trotz B. Insofern passt das wunderbar zu Kindern, die ja auch ziemliche Trotzköpfe sein können.

Warum im real existierenden Sozialismus auf deutschem Boden ausgerechnet der 1. Juni zum Gedenktag wurde, weiß heutzutage keiner mehr so genau. Eine Theorie besagt, dass ein chinesischer Konsul in San Francisco wegen des chinesischen Drachenbootfestes Anfang Juni auch ein Fest für Waisenkinder veranstalten wollte. Dass die KInder in der DDR schulfrei hatten, ist also einem aufmerksamen Asiaten zu verdanken. Ein Diplomat hat den Dreikäsehochs in Deutschlands zu einem herausragenden jährlichen Ereignis verholfen. Chinesen und Kinder passen auch ganz gut zusammen zusammen: Der eine hat Schlitzaugen, die anderen sind Schlitzohren.
Seit der Wende spricht man übrigens nicht mehr von Gedenktagen, sondern von Events. Das hoffen ja auch alle Eltern: EVENTuell bringt’s was!

 
Eltern hoffen zumindest, dass Kinder irgendwann erwachsen werden,

am besten so, wie sie selbst welche geworden sind. Dann strebe der junge Mensch nach Ordnung und Pflichterfüllung. Und weil man wünscht, dass er das wirklich tät, heißt es Pub-er-tät! Tut er aber nicht, der Pubertäter. Vor allem Buben TESTEN erstmal jeden Blödsinn aus. Schuld daran ist das TESTosteron, das uns viel Kopfschmerzen bereitet. Wahrscheinlich heißt der englische Ort hemmungsloser Hirnvernebelung deshalb so: Pub – als Abkürzung für Pubertät. Und die Mädchen wirken manchmal auch so, als hätten sie Drogen genommen: Ösdrogen. Das Problem mit den Kindern: Die lassen sich einfach nichts mehr vormachen. Die glauben weder an den Osterhasen noch an den Weihnachtsmann. Obwohl gerade die beiden optimal passen würden: Den einen geht in dieser Phase nämlich alles auf die Eier, den anderen auf den Sack! Aber wenn Jungs Pickel kriegen und Mädchen davon träumen, unter die Haube ihres Traumprinzen zu kommen, lässt dies eigentlich Hoffnung aufkeimen, dass am Ende doch Disziplin einkehrt. Denn Pickel und Haube sind das Symbol echter preußischer Tugenden: Die Pickelhaube. Aber nichts ist es! Eher isst es (- also das Kind! -) Mixed Pickels, während es chattet, streamt, gamed oder daddelt. Und selbst daddeln hat mit Dad wenig zu tun. Besser er ist gar nicht dabei und weiß nichts davon.

Doch zurück zu kommunistischen Gedenktagpraktiken: Es gab Kinder- und Pionierfeste am 1. Juni, Parties mit Gratulationen und kleinen Geschenken von Eltern, Lehrern und Erziehern. In Schulen und Kindereinrichtungen wurde der Tag mit Umzügen, Spielveranstaltungen und festlichen Programmen gestaltet, wobei politische Kinderlieder wie „Kleine weiße Friedenstaube“, „Immer lebe die Sonne“ oder „Über allen strahlt die Sonne“ auch an den Charakter des Festes für Frieden und Völkerverständigung erinnerten. Das können Sie aber auch alles selber auf Wikipedia lesen. Wichtig ist, dass Kinder als Träger der zukünfitgen Gesellschaft geehrt und gefeiert wurden. Und das sollten wir auch mal wieder tun.

 

Wenn sich die Kids mit „Fridays for Future“ schon für uns voll ins Zeug legen, sollten wir diesen Samstag mal unseren Kindern was wirklich Gutes tun: Nehmen wir sie ernst, hören wir ihnen zu und erfüllen ihnen ein paar Wünsche. Ist ja alles nur halb so wild: Richtig ernst wird es eh erst am 20. September, da ist dann nämlich der offizielle Weltkindertag!

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Bildnachweis: Doris Reinecke, Karin Behrens