Kinderschlaf im Sommer

von | 15. August 2022 | Eltern werden, Eltern sein, Miteinander leben, streiten, wachsen

Kinder bis zu 12 Jahren sollten je nach Alter mindestens 10 Stunden pro Tag im Bett verbringen. Doch was tun, wenn es auch nachts viel zu warm ist?

Im Schlaf regeneriert sich der Körper, baut Abwehrkräfte auf, Gelerntes festigt sich und der Körper wächst.

Schlafen macht stark, groß und schlau – das wissen Kinder. Schlafen müssen wir nicht lernen. Schlaf kommt von ganz allein, wenn wir ihn lassen. Die Natur hat uns den Schlaf in die Wiege gelegt.

Es gibt aber Faktoren, die den Kinderschlaf stören können

Die Welt ist neu, spannend und aufregend. Kinder haben Angst etwas zu verpassen und wollen nicht ins Bett und sie wollen auch nicht einschlafen. Wer will schon etwas Schönes und Spannendes verpassen?

Das künstliche Licht erhellt die Nacht. Die weicht einem künstlichen Tag. Die hereinleuchtende Straßenlaterne und überhaupt das Licht in der Nacht stört unseren Schlaf. Das Schlafhormon ist ein Nachttier und es liebt die Dunkelheit. Die Finsternis der Nacht ist eine wunderbare dunkle Decke, die alles ganz weich einhüllt. Im Idealfall sollten Kinder also lernen, im Dunkeln einzuschlafen.

Warme Nächte lassen uns schlecht einschlafen. Das Ideale Schlafzimmer sollte zwischen 17 und 18 Grad warm sein. Hat sich die Stadt und das Haus aber erstmal aufgeheizt kühlt es auch nachts nicht mehr richtig ab. Und wenn die Wohnung dann so warm ist, wird es für den Körper richtig anstrengend. Die Körpertemperatur sinkt im Schlaf leicht ab. Dieses Absinken der Körpertemperatur ist wichtig für einen tiefen und erholsamen Schlaf.

So jetzt bitte alles ganz entspannt

Wenn es ums Schlafen geht, begegnen wir unseren Kindern oft mit Zetteln voller Erwartungen im Kopf. Wir haben gehört das Nachbarkind schläft schon durch, die Kinder sollen um 19 Uhr im Bett sein, das Einschlafritual darf nicht länger aus 15 Minuten dauern, sonst werden Kinder zu sehr verwöhnt usw. Wie schnell wird da die Schlaffrage zur Machtfrage! Wenn das passiert, haben alle Beteiligten verloren. Deshalb Minimalziele vereinbaren und entspannt bleiben, es gibt hier kein richtig für jeden und alle.

Ziel ist das aus den „Schlafstörungen“ keine „Beziehungsstörungen“ werden, Beziehungsweise dass es gar keine Schlafstörungen gibt, sondern nur gute, schöne und besonders tolle Nächte.

Wir erinnern uns später als Erwachsene nicht an die stressigen Nächte, diese sind von beiden Seiten vergessen. Die Erinnerung an die magischen Momente, die bleiben und davon wünsche ich euch ganz viele.

 

Schlaftipps für einen wundervollen Sommer

Abendprogramm für kleine und noch kleinere Menschen
Rituale wie Fußbad, Geschichten erzählen, Schattenspiele an der Wand, Füße massieren, alles für den nächsten Tag packen, allen Kuscheltieren eine gute Nacht wünschen, die Lieblingswiegenlieder/ Gute- Nacht-Lieder gemeinsam singen.

Zwei Stunden vor dem Schlafen gehen kein Laptop, Mobiltelefon, Fernsehen und auch keine wilden Spiele. Das Licht und die Geschäftigkeit des Tages abklingen lassen.

 

Mein Tipp: eine Gute Nacht Zauberformel

Kennt ihr noch das Buch Traumfresserchen? Oder ein Gute-Nacht-Gebet oder ein Gedicht aus eurer Kindheit? Alle haben einen magischen Spruch der jede Nacht wie eine Zauberformel wiederholt wird. Diese Zauberformel gibt Sicherheit, Struktur und Vertrauen.

  • „Simsalabim eingeschlafen, aufgewacht und jetzt gute Nacht“ – und dabei gibt’s einen Gute-Nacht-Kuss auf die Nasenspitze.
  • „Hokus pokus fidibus, dreimal schwarzer Kater, schnurr schnurr schöne Träume!“
  • „Abrakadabra, Lirum, larum Löffelstiel, Zaubern wir den Schlaf herbei und werden ganz schnell müde – Augen zu und ganz feste gähnen.“

Ihr haben bestimmt gemeinsam mit ihren Kindern noch viel bessere Ideen für eine gemeinsame Zauberformel.

Mein Tipp: eine Kerze zum Abendessen

Das warme Licht der Kerze und ihr leichtes flackern sind wie ein Mini-Lagerfeuer und schon unsere Ur-Ur-Ur-Ur-Ur Großeltern saßen abends vor dem Lagerfeuer. Gemeinsam essen und sich in einer behaglichen Runde Geschichten zu erzählen waren und sind der beste Abschluss eines aufregenden Tages. Studien zeigen das das warme Licht der Kerze und des Kaminfeuers beruhigt und eine wunderbare Einstimmung für die Nacht ist.

Mein Tipp für eine kühle Nacht

An sehr heißen Tagen tagsüber alle Fenster und Rollos zu und nur nachts lüften.

Was viel Spaß macht und schön abkühlt ist die Vorhänge mit einer Blumenspritze einzunebeln. Die Blumenspritze könnt ihr gerne mit selbst gekochtem kalten Lavendeltee befüllen und damit alle Vorhänge besprühen. Die Verdunstungskälte, die dabei entsteht, kann den Raum um bis zu 2 Grad kühlen. Ein Wasserfall im Zimmer würde das auch tun, doch wer hat schon so was im Zimmer.

Legt das Kopfkissen in den Kühlschrank. Mit einem kühlen Kopf schläft man besser und schneller ein. Habt ihr keinen Platz im Kühlschrank für das Kissen dann genügt auch eine Mütze, das Kuscheltier, die Schlafmaske oder das Körnerkissen, das ihr sonst bei Bauchweh warm macht. Oder eine Wärmflasche wird zur Kühlflasche umfunktioniert – damit ist das Bett dann wunderbar kühl.

Wenn das Bett aber viel zu warm ist, dann dürfen Kinder und Eltern schon auch mal zu Schlafnomaden werden. Schlaft doch mal woanders: in der Badewanne, auf einem Matratzenlager im Keller, im Garten oder auf dem Balkon, mit der Hängematte und Freunden am See oder im Wald. Manchmal bieten auch öffentliche Einrichtungen wie Museum Schlafmöglichkeiten an – aber das ist eher die Ausnahme.

Extra Tipp:

Wenn es zu heiß ist um gut zu schlafen empfehle ich euch eine Siesta, olé 😊 Klingt viel besser als Mittagschlaf und macht auch mehr Spaß.
Die Siesta kann bis zu 3 Stunden betragen und wir verbringen damit die heißeste Zeit des Tages irgendwo drinnen, wo es schön kühl und schattig ist.

Einen schönen Sommer, schöne Träume und schlaft gut.

Über die Autorin

Christine Lenz ist Schlafcoach und Schlaftherapeutin in Nürnberg:

www.lenz-christine.de
https://max-pr.eu/christine-lenz-sleepconsulting-design

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