Kinder schützen und Unfälle verhüten

von | 19. November 2021 | Eltern werden, Eltern sein, Miteinander leben, streiten, wachsen

Kinder sind vom ersten Tag an neugierig und wollen ihre Umwelt erkunden. Sie sind erfinderisch und voller Tatendrang, aber leider auch unerfahren und erkennen keine Gefahr. Sie können nicht unterscheiden, was gefährlich ist und was nicht.
Kleine Blessuren gehören zum Alltag und sind nicht zu vermeiden. Aber vor größeren Schäden müssen wir als Eltern sie bewahren und eine sichere Umgebung schaffen, in der Kinder gefahrlos ihrer kindlichen Neugierde folgen können.

 

0 bis 6 Monate
  • Wenn Ihr Baby schreit braucht es ihre Nähe und Hilfe. Auch wenn es sich nicht beruhigen lässt und Ihre Nerven blank liegen: Bitte schütteln Sie niemals Ihr Kind!
  • Mit der Zeit wird Ihr Baby wacher und beweglicher. Es beginnt, Gegenstände festzuhalten und kann nun auch weiter entferntere Dinge sehen. Was es zu greifen bekommt, wird festgehalten und in den Mund gesteckt. Achten Sie darauf, dass nichts, was ihrem Baby schaden könnte, in seiner Reichweite ist.
  • Nun ist auch die Gefahr groß, dass es vom Wickeltisch fällt oder von der Couch, auf die es zum Schlafen abgelegt wurde. Auch in der Babywippe sollte es nur kurz und vor allem gesichert liegen.
  • Kettchen und Schnuller niemals um den Hals binden. Schauen Sie auch im Bettchen, dass keine Schnüre frei liegen, mit denen sich ihr Baby strangulieren könnte.
  • Babys sitzen auch gerne in der Badewanne, hier müssen sie immer festgehalten werden. Prüfen Sie die Wassertemperatur, bevor Sie ihr Baby hineinsetzen und lassen Sie kein heißes Wasser nachlaufen.
  • Auch mit heißen Getränken, die sich in seiner Reichweite befinden, kann sich ein Baby schnell verbrühren.
  • Lassen Sie ihr Baby nicht mit anderen Kleinkindern und auch nicht mit Haustieren alleine.
  • Achten Sie beim Kauf eines Kinderwagens auf Stabilität und gute Bremsen und auf eine amtliche Zulassung bei Autositzen.

 

6 bis 12 Monate

Ihr Baby erkennt nun immer mehr Gegenstände und kann diese auch unterscheiden. Der Bewegungsdrang wird immer größer. Es beginnt zu robben und krabbeln und gegen Ende des ersten Lebensjahres zieht es sich an Möbeln hoch. Vielleicht beginnt es dann auch schon zu laufen.
Nun muss sehr vieles, was in seiner Reichweite ist, in „Sicherheit“ gebracht und Laufwege gesichert werden.

  • Besorgen sie Tür- und Treppenschutzgitter und entschärfen sie Kanten mit entsprechenden Aufsätzen.
  • Möbel und Regale, an denen sich ihr Kind hochziehen kann, sollten kippsicher an der Wand befestigt werden.
  • Beim Hochstuhl auf Kippsicherheit achten und das Kind angurten. Lassen Sie es darin nicht unbeaufsichtigt.
  • Auch von sog. Lauflernhilfen wird abgeraten, da es hier immer wieder zu Unfällen kommt.
  • Im Gitterbettchen können Sie nun die Matratze absenken. Sobald Ihr Kind zu klettern beginnt, können Sie einige Stäbe herausnehmen, damit es auf diesem Weg das Bettchen verlasen kann.
  • Alles wird nun untersucht und in den Mund gesteckt. Deshalb achten Sie darauf, dass ihr Kind nicht an giftige Stoffe geraten kann, z.B. Zigaretten, Spülmittel, Medikamente usw.
  • Sichern Sie Steckdosen und lassen Sie Kabel nicht frei herunterhängen.

 

1 bis 3 Jahre

 

Vor dem Entdeckergeist Ihres Kindes ist nun nichts mehr sicher. Es will vieles alleine machen und wird immer selbständiger.
Erweitern Sie ihren Blick nochmals auf Gefahren im Haus und in der Umgebung. Gibt es giftige Pflanzen? Sind auch Außensteckdosen gesichert? Gibt es Wasserstellen im Garten oder Umgebung, in die Ihr Kind stürzen könnte? Kleine Kinder können selbst in tieferen Pfützen ertrinken. Verschließen Sie diese Stellen mit einer geeigneten Abdeckung oder zäunen Sie sie ein.

 

 

  • Lassen Sie ihr Kind nicht ohne Aufsicht planschen.
  • Spielzeug sollte kindersicher und frei von Schadstoffen sein. Achten Sie deshalb auf Prüfzeichen (TÜV/GS-Prüfzeichen).
  • Sie können Ihr Kind vor Verbrennungen und Verbrühungen schützen, indem Sie nie heiße Flüssigkeiten in seiner Reichweite stehen lassen und den Herd mit einem Schutzgitter absichern.
  • Drehen Sie Pfannenstile stets nach hinten.
  • Lassen Sie ihr Kind nie in die Nähe eines Grills.
  • Stöpseln Sie das Bügeleisen nach Betrieb aus und stellen Sie es so hoch, dass Ihr Kind es nicht erreichen kann.
  • Lassen Sie Feuerzeuge und Streichhölzer nicht herumliegen.

 

3 bis 5 Jahre

Ihr Kind entdeckt nun die Welt. Die meisten Kinder kommen dann auch in den Kindergarten. Es beherrscht nun schon vieles und ist motorisch geschickt. Der Aktionsradius wird immer größer. Es benutzt nun auch Werkzeuge und Geräte.

  • Machen Sie es mit dem Gebrauch von Werkzeugen und ähnlichem vertraut, halten Sie aber elektrische Geräte von ihm fern. Lassen Sie sie diese nicht ohne Ihre Aufsicht benutzen.
  • Ab 4 Jahren können Sie ihrem Kind auch das Schwimmen beibringen. Es darf jedoch trotzdem nicht ohne Aufsicht an oder im Wasser sein.
  • Üben Sie mit ihrem Kind die wichtigsten Verkehrsregeln.
  • Für ein Hochbett ist Ihr Kind noch zu klein. Ein solches sollte frühestens mit 6 Jahren angeschafft werden.
  • Sichern Sie die Fenster mit dafür vorgesehenen Sicherungssystemen.

Für weiter Informationen rund um das Thema Kind und Schutz vor Gefahren können wir Ihnen die Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfehlen: „Kinder schützen – Unfälle verhüten“
https://www.bzga.de/infomaterialien/kinder-und-jugendgesundheit/kinder-schuetzen-unfaelle-verhueten/
Sie können diese und viele andere interessante Broschüren rund um Gesundheit und Kinder kostenfrei anfordern

Wir wünschen Ihnen eine glückliche und unfallfreie Zeit!
Ihr KoKi-Team

 

Die Koordinierende Kinderschutzstelle (KoKi) des Jugendamts der Stadt Nürnberg ist ein zentraler Baustein der Frühen Hilfen für Nürnberger Eltern. Eine weitere Säule der Frühen Hilfen ist die aufsuchende Gesundheitshilfe (aGH) des Gesundheitsamts der Stadt Nürnberg. Frühe Hilfen für (werdende) Eltern (nuernberg.de)

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