Heute geht’s ums Glück!

von | 20. März 2019 | Eltern werden, Eltern sein, Miteinander leben, streiten, wachsen

Glück findet man am ehesten, wenn man in ein China-Restaurant geht. Zumindest am Ende des Essens, wenn man die Quittung bekommt. Wahrscheinlich, weil vielen Gästen die Herausgabe von Geld aus dem eigenen Portemonnaie auf den Keks geht, gibt es da nämlich einen Glückskeks. (Dumme) Sprüche helfen einem aber unglücklicherweise meist nicht weiter, wenn das Glück wirklich ausbleibt. Und was helfen auch gut gemeinte Geschenke schlitzäugiger Kellner, wenn doch die Bösartigkeiten von Schlitzohren einem das Leben verleiden?

Ob man dem Glück auf die Sprünge helfen kann, haben sich auch die Vereinten Nationen schon vor einigen Jahren gefragt. Am 28. Juni 2012 jedenfalls hat die UN-Hauptversammlung beschlossen, einen Glückstag einzuführen. Der „Weltglückstag“ oder „International Day of Happiness“ wird seitdem jedes Jahr am 20. März gefeiert. Mit dem Internationalen Tag des Glücks will die Staatengemeinschaft Anerkennung gegenüber jenen Ländern zum Ausdruck bringen, die nicht nur auf materielles Wachstum, sondern auf das Wohlbefinden ihrer Bürger setzen. Die Initiative zum Weltglückstag ging damals von Bhutan aus, zumindest trafen sich auf Einladung Bhutans am 2. April 2012 hochrangige Vertreter aus 68 Nationen zu einer Zusammenkunft mit dem Titel „Glück und Wohlbefinden: Definition eines neuen ökonomischen Paradigmas“. Bhutan ist übrigens ein Königreich in Südasien und grenzt an Indien und Tibet. Gesprochen klingt es wie Butan. Das wiederum ist ein Gas, das man in Kartuschen für den Campingbereich und als Nachfülldosen für Feuerzeuge verwendet; – ein Brenngas also. Viele glauben auch, darum ginge es, wenn Glück zum Thema der Vereinten Nationen wird: Um heiße Luft! Aber es ist wirklich wichtig. Das globale „Brutto-Glück“, von dem im Bürokratendeutsch so geredet wird, als müsste da jeder was bei-„steuern“, darf jedenfalls die Gleichwertigkeit von Sozialem, Wirtschaft und Umwelt nicht aus den Augen verlieren und am besten nicht voneinander trennen. Alles andere führt zu Unglück, wie man ja leider in vielen Nationen derzeit beobachten kann.

Wie sieht es aber vor allem mit dem Glück in den Familien aus?

Immerhin heißt es „Trautes Heim, Glück allein!“ Ist man also allein zuhause glücklicher als mit der ganzen Mischpoke an der Backe? Der Autor Wolf Schneider widmet der Frage „Machen Kinder glücklich?“ in seinem dreihundertseitigen Buch „Glück!“ jedenfalls nur schlappe zweieinhalb Seiten – mit dem Ergebnis: Jein. Er zitiert den amerikanischen Spruch: Wahnsinn ist erblich – du kriegst ihn von den Kindern. Bevor aber Generationen jetzt wild um sich schlagen, schlagen wir lieber mal im Lexikon nach: Bezeichnend, dass Glück da zwischen „gluck, gluck! “ und „Glucke“ steht, – also zwischen Vater und Mutter etwa? Er betrinkt sich, sie brütet was aus? Oder aber: Er ist der Meinung, dass man stets flüssig sein muss, um eine Familie glücklich zu machen, sie setzt auf mütterliche Bevormundung? Was macht also glücklich? Vorsorge oder Fürsorge? Egal! Glück ist, wenn man sich sein Leben mit etwas versüßen kann, das neue Energie gibt. Darum klingt auch Glukose ein bisschen nach Glück, das ist Traubenzucker! Oder Glykol, das süße Frostschutzmittel, mit dem Wein gepanscht worden ist. Vielleicht hat ja Glück sogar mehr mit Weinen zu tun als mit Lachen: Wusste doch schon Goethe, „wie das reinste Glück der Welt schon eine Ahnung vom Weh enthält.“ Wehmütig denken auch einige Eltern an die glückliche Zeit ohne Bälger zurück.

Viele Zeugungs- und Gebärfähige verbinden mit Kindern auch eher Probleme. Bei einer Umfrage an rund 1000 kinderlosen Deutschen zwischen 25 und 45 Jahren erklärten 79 Prozent, das Leben sei ohne Kinder schon anstrengend genug. Mehr als 80 Prozent gaben an, sie wären auch ohne Nachwuchs zufrieden. Eine Studie aus Texas hatte ergeben, dass zumindest berufstätigen Eltern Fernsehen, Einkaufen oder Kochen mehr Spaß machte, als sich mit ihren Kindern zu beschäftigen. Okay, das ist Amerika. Da gibt es vielleicht nicht nur im Weißen Haus Trampel. Forscher vom Rostocker Institut für demografische Forschung gingen da forscher voran und werteten Angaben von mehr als 200 000 Befragten aus 86 verschiedenen Ländern aus. Und siehe da, hier waren Eltern insgesamt zufriedener als Kinderlose. Diese Ergebnisse gelten aber nur für Verheiratete oder sozial besser gestellte Eltern. Ist man weder unter der Haube noch über der Armutsgrenze, tragen Kinder eher zur Tragik des Daseins als zur Freude am Familienleben bei und senken das Wohlbefinden im Durchschnitt.

Kinder lassen zudem die Erzeuger alt aussehen, zumindest, solange die Eltern nicht wirklich älter sind. Ehrlich! Jüngere Eltern sind unglücklicher als ältere. Je betagter Mama und Papa werden, umso weniger unzufrieden sind sie. Die über 40-jährigen Eltern sind dann sogar glücklicher als Kinderlose, ein klein bisschen zumindest. Also Eltern: Freut euch darauf, dass die Kinder irgendwann aus dem Haus sein werden und glückliche Tage anbrechen. Sie meinen, das sei wohl ein Witz? Nein, aber das folgende ist einer! Sitzen drei Geistliche zusammen; ein katholischer Pater, ein evangelischer Pfarrer und ein Rabbi. Sie führen einen Disput darüber, wann das menschliche Leben überhaupt beginne. Sagt der Pater: „Nun, liebe Brüder, ich bin der Ansicht, dass das menschliche Leben bereits beginnt, wenn sich Vater und Mutter in Liebe zusammentun.“ „Na ja“, antwortet der evangelische Pfarrer. „Ich würde sagen, das menschliche Leben beginnt, wenn Samen- und Eizelle miteinander verschmelzen.“ „Nebbich“, meint der Rabbi. „Menschliches Leben beginnt, wenn ist tot der Hund und sind aus dem Haus de Kinder …

 

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