Heilquellen im Pegnitztal an der Stadtgrenze erwandern (3 km)

von | 26. Oktober 2020 | Freizeit!!!

Das Pegnitztal ist eines der wichtigen Erholungsgebiete der Städte Nürnberg und Fürth. Sport- und Spielplätze, Naturräume aber auch Schaugärten und Heilquellen liegen nahe der Pegnitz zwischen den beiden Städten.

Von der U-Bahn-Haltestelle Stadtgrenze folgen wir der vielbefahrenen Ludwig-Quelle-Straße bis zur Uferstadt. Ein kleiner Durchlass gibt den Weg zum Parkplatz des Technologieparks frei. Rechts thront ein klassizistischer Bau, der aus einer anderen Zeit zu stammen scheint, über der Asphaltfläche.

Ein Aussichtspavillon ist der Überrest des einstigen König-Ludwig-Kurbades. Bei der Suche nach Kohle stieß man 1901 auf diese Natrium-Calcium-Chlorid-Sulfat-Quelle, die zu Ehren des Königs Ludwig II benannt wurde. Die Quelle wird heute noch bakteriologisch überwacht und das Wasser ist in sehr gutem Zustand. Jedoch handelt es sich um Heilwasser, das nur unter ärztlicher Aufsicht getrunken werden sollte. Probieren darf man schon mal .

Über den Quellensteg am anderen Ende des Parkplatzes wechseln wir auf die andere Seite der Pegnitz.

Nun stehen wir vor dem Anstieg der Pegnitzterrasse – zumindest bis der Aushub des Ludwig-Donau-Main-Kanals hier aufgeschüttet wurde. Die ursprünglichen Sandmagerrasen wurden dadurch stark zurückgedrängt. Im Rahmen von „Sandachse Franken“ wurde deshalb neuer Sand aufgebracht und heute wachsen wieder Sandgrasnelke, Mauerpfeffer & Co an Ort und Stelle.

Der Weg führt weiter in Fließrichtung der Pegnitz bis nach 150m ein Fußweg durch Gehölz rechts den Hang hinaufführt.

Hinter dem Gehölz öffnet sich der Blick auf die gepflegte, windgeschützte Kleine Mainau. Zunächst gehen wir entlang eines naturnah umgestalteten Bachlaufs hin zu einem kleinen Rondell. Der Bach war bis 2008 mit steinernen Platten ausgelegt und ökologisch wenig wertvoll. Schön, dass sich hier etwas positiv entwickelt hat! Die rötliche Farbe ist natürlich und auf eisenhaltige Ablagerungen zurückzuführen.

Die Anlage geht auf eine Mineralquellbohrung 1936 zurück. 220C warmes, schwefelhaltiges Kochsalzquellwasser kann hier zu Heilzwecken in einem Pavillon (s. Titelbild) konsumiert werden. Wegen des Schwefelgehalts riecht die Quelle nach faulen Eiern. In einem Bogen schlendert man um die Kleine Mainau herum zurück ins Pegnitztal.

Dort betreibt der Bund Naturschutz Fürth seit mehr als 20 Jahren seinen Schaugarten als Anschauungsbeispiel für einen Garten, in dem Pflanzen, Tiere und Menschen gleichermaßen zu Ihrem Recht kommen. Im Zentrum steht eine Kräuterspirale aus Lesesteinen, daneben gibt es ein Regenwurm-Cafe für die Kompostierung auf dem Balkon oder eine solar-betriebene Wasserpumpe.


Gegenüber, auf der anderen Flussseite, liegt der Pegnitzstrand. Im November 2003 wurde die begradigte Pegnitz annähernd in ihr altes Bett zurückverlegt – mit Schleifen und Sandstränden, die im Sommer zum Baden locken. Leider ist die Wasserqualität der Pegnitz nicht dauerhaft so gut, dass das erlaubt werden könnte.

Wir nehmen die nächste Brücke über die Pegnitz und folgen dem Fußweg zwischen Sportplatz und Ufergehölz hinauf in Richtung Jakobinenstraße und gleichnamiger U-Bahnstation. Auf dem Weg dorthin queren wir die Hornschuchpromenade. Dort fuhr vor über 180 Jahren die erste deutsche Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth.

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Bildnachweis: Gerhard Brunner, google maps