Harte Zeiten für Oma und Opa…

von | 24. März 2020 | Miteinander leben, streiten, wachsen

Harte Zeiten für Omas und Opas, die ihre Enkel nun für längere Zeit nicht sehen dürfen!
So viele unternehmen regelmäßig etwas mit ihren Enkelkindern, bekommen Besuch von ihnen oder übernehmen Betreuungsaufgaben.
Das ist jetzt bei den meisten erst mal nicht mehr möglich.

Kleineren Kindern muss geduldig erklärt werden, warum ein Kontakt nicht möglich ist – und so, dass sie nicht das Gefühl bekommen, sie selber hätten etwas verkehrt gemacht oder seien „Schuld“ daran, dass der Besuch von den Großeltern flach fällt.
Jugendlichen Enkeln sollte immer wieder verdeutlicht werden, dass körperliche Distanz zu alten Menschen für diese ganz, ganz wichtig ist! Ein Besuch mag gut gemeint sein, kann für Oma aber in Corona-Krisenzeiten viel gefährlicher sein als für die Enkel.

Trotz all dieser harten, schmerzlichen Einschränkungen…
Eltern können ihre Kinder dabei unterstützen, Kontakt zu den Großeltern zu halten! Gerade jetzt ist es für die älteren Generationen wichtig, sich nicht allein gelassen zu fühlen.
Ausgangsbeschränkungen, leere Supermarktregale, ständige Warnungen in den Medien: Das erinnert viele alte Menschen an die schlechten Zeiten, die sie selbst in jungen Jahren schon erleben mussten, während des Krieges und in den Zeiten danach.

Viele Omas und Opas ziehen Kraft aus der Erinnerung daran, dass sie schon viele Krisen gemeistert haben.
Bei Vielen kommen aber gerade jetzt auch die Gefühle von Ungewissheit, Angst, bohrender Sorge und Hilflosigkeit hoch – kein Wunder, wenn man hört und liest, dass die am meisten vom Coronavirus Bedrohten die alten Menschen und die mit Vorerkrankungen sind!

Wir haben keine Rezepte, möchten aber mit ein paar Tipps zum Nachdenken anregen, wie Kinder und Enkel aktuell Kontakt zu den Großeltern halten können:

– Telefonieren: Na klar – jetzt erst recht! Am Besten regelmäßig von Euch aus anrufen. Nicht nur fragen, wie es geht…Großeltern neigen oft dazu, NICHT zu erzählen, wenn es Ihnen schlecht geht! Erzählt von Euch und dem, was die Enkel machen. Fragt doch mal nach, was Opa für Ideen gegen Langeweile hat!

– Jetzt zahlt es sich aus, wenn Oma und Opa Whatsapp haben oder sogar Skype und damit umgehen können: Probiert Neues aus, was damit geht! Singt Ihnen einen Schlager oder ein Lieblings-Volkslied als Sprachnachricht vor! Unterhaltet Euch im Videochat. Zeigt, was ihr in den letzten Tagen auf dem Balkon, in eurer Wohnung umgeräumt oder verändert habt! Schickt Euch Rätsel und Witze!

– Nicht besuchen, nichts riskieren! Aber vielleicht wohnen die Großeltern nicht weit weg und ihr könnt bei einem Spaziergang oder einer Mini-Radtour , zu einer vorher bestimmten Zeit, unter ihrem Fenster auftauchen und ihnen zuwinken und kurz plaudern?

– Einen Brief schreiben: Das macht heute kaum noch jemand und Kinder lernen es mühsam in der Schule. Jetzt ist die Zeit, in der das zuhause geübt werden kann, denn das Briefe-Einwerfen kann man mit dem täglichen Spaziergang verbinden: Enkel können Briefe schreiben, Bilder malen, eine Grußkarte entwerfen…

– Wenn die Großeltern nicht weit weg wohnen, könnt ihr vielleicht auch Einkäufe für sie vor der Tür abstellen oder einen selbstgebackenen Kuchen oder ein gerahmtes Familienbild und dann aus einiger Entfernung anrufen und Bescheid geben? Natürlich kann so auch die Oma für die Enkel tätig sein: Lieblingskuchen backen – vor die Wohnungstür stellen und ihr holt ihn ab und bedankt euch mit einem fröhlichen Klopfen an der Tür ohne „Live-Begegnung“!

– Bestellte Überraschung: Viele Restaurants, Bäckereien, Blumenläden oder Buchhandlungen am Ort liefern jetzt nach Hause. Wer, das findet Ihr vielleicht schneller heraus als Oma und Opa! So könnt Ihr zum Beispiel als Überraschung den Lieblingskuchen zur Kaffeezeit liefern lassen und gleich ein gutes Brot fürs Frühstück dazu, oder eine Pizza zum Abendessen, ein Taschenbuch der Lieblingsautorin oder eine Pflanze für den großelterlichen Balkon…

Lasst Euch was einfallen. Lasst die Alten nicht allein und bleibt in gutem Kontakt mit den Älteren in Eurer Familie und Verwandtschaft!

Immer gilt: So wenig aus dem Haus gehen wie möglich! Ein Annähern an die großelterliche Wohnung nur, wenn es bei einem Spaziergang möglich ist!

Haltet persönliche Distanz ein!

 

Infos der Stadt Nürnberg zur Corona-Epidemie:
https://www.nuernberg.de/internet/stadtportal/coronavirus.html

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Bildnachweis: Foto Doris Reinecke