Gut beraten gerade auch in Krisenzeiten – bei der Erziehungs- und Familienberatung der Stadt Nürnberg

von | 4. Mai 2020 | Eltern werden, Eltern sein, Miteinander leben, streiten, wachsen, Sagen Sie mal…

Wenn das Baby schlecht schläft, das Kleinkind eine intensive Trotzphase hat, das Grundschulkind in der Schule nicht mitkommt, Jugendliche sich nicht an Familienregeln halten oder eine Trennung ansteht – in diesen und vielen weiteren Belastungs- und Konfliktsituation hilft die Erziehungs- und Familienberatung weiter. Das gilt natürlich auch in Zeiten der Corona-Pandemie. Was dabei anders ist als sonst, darüber berichtet Eva Rhode, Leiterin der Erziehungs- und Familienberatung.


„Persönliche Beratungsgespräche können wir derzeit nicht anbieten. Aber wir haben uns sehr schnell auf die telefonische Beratung umgestellt. Alle unsere Fachkräfte haben ja einen festen Stamm an Familien. Mit ihnen vereinbarte persönliche Termine mussten abgesagt werden, aber es wurde allen eine längere telefonische Beratung angeboten“, so Eva Rhode. Ein Teil von ihnen hat das Angebot angenommen, auch wenn vielen ein persönliches Gespräch lieber gewesen wäre. Daneben wird auch über Videokonferenzen beraten, ein Angebot, dass insbesondere Jugendliche nutzen. Und man hat sich verstärkt in der Online-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) engagiert.

Das Rat- und Hilfetelefon wurde ebenfalls erweitert und ist jetzt Montag bis Freitag von 11 bis 15 Uhr zu erreichen. Mittlerweile kommen verstärkt Anfragen dort an. Und manchmal melden sich auch besorgte Großeltern oder Bekannte, die merken, dass es in einer Familie schwierig wird.

 

 

 

Haben sich durch die Corona-Pandemie die Schwerpunkte in der Beratung geändert?

„Es haben sich gerade in der ersten Zeit viele Trennungseltern gemeldet, die unsicher waren und überlegt haben, ob sie die Umgangsregelung aussetzen sollen. Da war zum Beispiel die Angst, dass der andere Elternteil die Abstands- und Hygieneregeln nicht so genau einhält, dass das Kind in einer engen Wohnung nicht gut aufgehoben ist oder Angst vor einem erhöhten Ansteckungsrisiko, weil der andere Elternteil in der Krankenpflege arbeitet“, berichtet Eva Rhode. Doch trotz aller Ängste ist die Corona-Pandemie generell kein Grund, eine vereinbarte Umgangsregelung außer Kraft zu setzen. Trennungseltern haben auch in dieser Zeit in der Regel ein Recht darauf, ihre Kinder zu sehen.

Dass die Kinder keine Kontakte zu Freundinnen und Freunden haben dürfen, dass Kitas und Schulen geschlossen sind, das ist ein großes Problem für Eltern und Kinder. Gerade für kleine Kinder ist es sehr schwierig, auf das gewohnte Umfeld verzichten zu müssen. „Ich hoffe, dass man da bald zu guten Konzepten kommt, wie man die Kitas wieder öffnen kann“, so Eva Rhode.

Besonders belastend ist die Situation für Eltern mit psychischen und körperlichen Vorerkrankungen. „Uns haben Anrufe von verzweifelten Eltern erreicht, die sagen ‚Ich habe drei Kinder, ich bin mit meinen Kräften völlig am Ende und habe Angst, dass ich das alles nicht mehr bewältigen kann. Was soll ich machen?‘. Die Erschöpfung der Eltern ist groß und manchmal kommen auch noch finanzielle Probleme dazu“, berichtet Eva Rhode.

Unterstützung durch Familie, Freunde und Bekannte wäre jetzt besonders wichtig – doch gerade die ist durch die Distanzregeln sehr eingeschränkt. „Deshalb bin ich froh, wenn sich die Familien an die Beratungsstellen wenden und dort über ihre Sorgen und Ängste reden und wir sie unterstützen können“, so Eva Rhode.

Ab 11. Mai sind Beratungen voraussichtlich wieder persönlich möglich, wenn auch mit Einschränkungen und Auflagen. Die Beratungsstellen sind gerade dabei, die Rahmenbedingungen für die notwendigen Abstands- und Hygieneregeln zu schaffen. Und in der Zwischenzeit beraten sie gerne am Telefon.

 

 

Die Erziehungs- und Familienberatung der Stadt Nürnberg ist von Montag bis Freitag zwischen 11 und 15 Uhr unter der Rufnummer 0911/231-5587 zu erreichen.

Hilfreiche Links:
Online-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke): http://www.bke.de
Webseite der Erziehungs- und Familienberatung der Stadt Nürnberg: http://www.erziehungsberatung.nuernberg.de
Aktuelle Infos zur Coronakrise unter: https://www.nuernberg.de/internet/stadtportal/coronavirus.html

 

Bildnachweis: Doris Reinecke, Gudrun Engelmann

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