Flocke und ihre Drillinge

von | 6. April 2020 | Freizeit!!!

Eltern, Großeltern und ältere Kinder erinnern sich noch an „Flocke“, das im Tiergarten  Nürnberg geborene Eisbärenmädchen, das mittlerweile in Antibes lebt: Nicola Mögel vom Tiergarten Nürnberg sorgt dafür, dass wir in Zeiten, in denen viele Zoos geschlossen sind, einen Blick auf sie und ihren Nachwuchs werfen dürfen:

Vor zwölf Jahren löste er einen irren Medienhype aus, nicht nur in Nürnberg, sondern weit über die fränkischen Grenzen hinaus: der winzige Eisbärennachwuchs Flocke im Tiergarten Nürnberg. Und jetzt ist die damals winzig kleine Bärin selbst Mutter von Drillingen. Flocke lebt zusammen mit ihrem Partner Rasputin in Südfrankreich. Dort, im Marineland in Antibes, hat sie bereits erfolgreich ihre erste Tochter Hope aufgezogen. Und jetzt sind die Drillinge dran.

Eisbären werden in der Regel im Dezember geboren und bleiben etwa drei Monate in der Geburtshöhle. Die Mutter kümmert sich ausschließlich um ihren Nachwuchs und frisst selbst nichts. Dank einer fest installierten Kamera konnten die Besucher Flockes Drillinge bereits als Neugeborene sehen. Jedes der drei kleinen Bärchen ist nicht größer als eine menschliche Hand und nimmt sich daher winzig und verletzlich aus im Vergleich zum Muttertier.

Anfang März 2020 vermeldete Marineland, dass sich die drei Mini-Eisbären schon gut entwickelt haben und bereits auf den Beinen stehen können. Und noch hat die Kleinen niemand in „echt“ gesehen. In Zoos werden kleinen Eisbären von den Tierärzten und Pflegern medizinisch untersucht. Dabei geht es um den allgemeinen Gesundheitszustand, das Gewicht und das Geschlecht. Alle drei kleinen Eisbären waren bei bester Gesundheit. Die Drillinge sind zwei Männchen und ein Weibchen. Das etwas kleinere Weibchen wog etwa sechs Kilogramm, die Jungs eher acht. Das ändert sich jedoch schnell, denn Flockes Milch ist der reinste Energieboost und extrem reichhaltig. Mit dieser Milch wachsen die Kleinen, die zwischen sechs und acht Mal am Tag trinken, fast sichtbar…

Und am 16. März ist es dann soweit: Flocke beendet ihre lange Zeit in der Geburtshöhle. Ganz wie eine Eisbärenmutter in der Natur bestimmt sie den Zeitpunkt für das Verlassen der Höhle. Die Zeitspanne, eine Eisbärin in der Höhle verbringt, ist von Wurf zu Wurf nie wirklich gleich und hängt von der Anzahl der zu stillenden Jungtiere und vom Gewicht der Mutter, wenn sie sich im Herbst in die Höhle zurückzieht, ab.

Die Mitarbeiter in Marineland beobachteten Flocke also ganz genau und als sie das kleinste Zeichen machte, rauszugehen, öffneten sie langsam den Schieber. Flocke atmete die frische Luft ein und begann, ihre Jungen zu rufen, um sie zu ermutigen, sich ihr anzuschließen und ihre Umgebung zu entdecken. Im Laufe der stundenlangen Videobeobachtung hatten die Betreuer die Temperamente jedes der drei Welpen sehr gut kennenlernen können. Es war der Unerschrockenste der drei, der sich zuerst seiner Mutter anschloss. Ermutigt durch ihren großen Bruder, zeigten sich auch die beiden anderen kleinen Nasen am Höhleneingang.

Sobald ihre Drillinge draußen waren, bot ihnen Flocke nach all diesen Anstrengungen eine beruhigende Milch an. Nach einigen Minuten hielt sie es aber nicht mehr aus. Sie ging ins Wasserbecken und schaffte es gleichzeitig, ihre Kleinen auf Abstand zu halten, damit sie nicht unfreiwillig baden müssen. Flocke managet ihre Bande gekonnt und einmal mehr zeigt sie, was für eine wunderbare Mutter sie ist.

Während die kleinen Flöckchen die Menschen begeistern, sind diese wundervollen Tiere in der Wildnis vom Aussterben bedroht. Eisbären werden von der International Union for the Conservation of Nature (IUCN) als „gefährdet“ eingestuft, und nur noch 26.000 Tiere leben in freier Wildbahn. Marineland arbeitet eng mit den Teams des Zoos von San Diego und von Polar Bears International zusammen. Gemeinsam werten sie die dank Flocke und ihren Drillingen gewonnenen Daten wissenschaftlich aus. So können sie Wissenschaftler dabei helfen, zu verstehen, wie der Botschafter der Arktis, der Eisbär, gerettet werden kann.

 

Hier findet sich ein Video von Flockes sehr kleinen Eisbärenkindern: http://freqstats.marineland.fr/dl/2020_evolution_oursons_marineland

Hier geht es zu den Corona-Seiten der Stadt Nürnberg

https://www.nuernberg.de/internet/stadtportal/coronavirus.html

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Bildnachweis: Foto Marineland Antibes