Energie sparen im Haushalt – aber wie?

von | 5. August 2022 | Miteinander leben, streiten, wachsen, Sagen Sie mal…

Wie schön, dass uns der Sommer und die Sonne dieses Jahr wieder nicht im Stich lassen. Noch ist es wunderbar warm, nach den lauen Sommertagen und Nächten kommt aber der nächste Herbst und Winter sicher. Dann müssen wir unsere Heizungen in den Wohnungen und Häusern aufdrehen. Da das Thema Energiesparen so aktuell wie selten ist, haben wir Energieberater Ralf Scheibel gefragt, ob er uns ein paar Tipps geben kann. Diese kommen auch unserem Geldbeutel zugute. Ralf Scheibel ist Energieberater (BAFA) und hat Energieberatung unter anderem für Wohngebäude angeboten. Er hat sogenannte Energieausweise ausgestellt und auch bei der Planung und dem Bau von Gebäuden Energieberatungen gemacht.

Herr Scheibel, „Energie sparen“ – was heißt das denn eigentlich?

„Grundsätzlich geht es darum, sich eigene Gewohnheiten bewusst zu machen und zu überdenken. Zum Beispiel beim Hände waschen: Muss das Wasser denn die ganze Zeit überlaufen? Eigentlich reichen doch 5 Sekunden um die Hände nass zu machen, dann mache ich das Wasser aus. Als nächstes seife ich die Hände sorgfältig ein und dann spüle ich die Seife mit Wasser wieder ab. In der Zeit, in der ich die Hände einseife, kann ich aktiv Wasser sparen!

Ich habe noch ein Beispiel, an das viele vielleicht gar nicht gleich denken: braucht man für den Familientisch tatsächlich eine elektrische Pfeffermühle? Batterien sind teuer in der Anschaffung, denn Strom und Material der Batterien ist nicht umsonst. Wenn sie leer sind, wirft man sie weg. Eigentlich ist es nicht sonderlich anstrengend, eine Pfeffermühle zu drehen und sich Pfeffer selbst frisch zu mahlen. Und dabei spart man auch noch bares Geld!“

Wie können wir im Alltag Strom sparen?

„Da denke ich zuerst an Standby-Geräte. Das sind zum Beispiel der Fernseher, das Radio, eine Stereoanlage, DVD-Player. Diese Geräte verbrauchen, selbst wenn sie ausgeschaltet sind, immer ein kleines bisschen Strom. Wenn man viele Geräte hat, dann summiert sich das natürlich. Besser ist es die Geräte an eine Steckerleiste anzuschließen welche einen Kippschalter hat. So kann man abends bevor man zu Bett geht mit einem Klick alle Geräte vom Stromnetz trennen und sie verbrauchen keinerlei Strom.

Als nächstes kann man sich bewusst machen wie man mit dem Licht im Raum umgeht. Sobald man einen Raum verlässt, macht es Sinn, auch das Licht auszuschalten. Muss der Raum immer taghell erleuchtet sein oder reicht abends zum Fernsehen vielleicht eine dimmbare Stehlampe?
Auch bei der Nutzung von Waschmaschine und Trockner kann oftmals nachgebessert werden. Im Sommer kann man die Wäsche im Freien trocknen, und beides sollte nur angeschaltet werden, wenn die Trommel voll beladen ist. Auch das spart Strom und somit auch Geld.“

Was haben Sie für Tipps, wenn es um die Heizungen geht?

„Wenn Heizungen laufen ist es wichtig auf die richtige Vorgehensweise beim Lüften zu achten. Es ist nicht sinnvoll die Fenster den ganzen Tag gekippt zu lassen. Dadurch gelangt immer kühle Luft in den Raum, und die Heizungen müssen unnötig viel heizen. Viel besser ist es zwei Mal am Tag für ungefähr 10-20 Minuten am besten zwei Fenster zu öffnen damit möglichst viel Luft durch den Raum strömen kann. Danach können die Fenster wieder geschlossen werden, da genug frische Luft im Raum ist. Diese Luft ist zwar kalt, erwärmt sich aber schnell wieder, da Wände und Möbel in der kurzen Zeit nicht auskühlen.

Dabei kann man auch darüber nachdenken, ob es wirklich, als Beispiel, 24 Grad im Winter in der Wohnung haben muss, oder ob 22-23 Grad auch reichen würden. Diesen Unterschied merkt man selbst gar nicht so sehr, er spart aber viel Heizenergie. Man kann sich von einem Hausmeister oder einem Heizungsbauer an der Heizung einstellen lassen, dass nachts weniger geheizt wird. Man nennt das Nachtabsenkung. Gerade nachts ist es wichtig, die Rollläden in der ganzen Wohnung zu schließen. Die Luft zwischen Fenster und Rollladen speichert die Wärme und die Räume kühlen nicht so sehr aus.
Zu Guter Letzt kann man den Vermieter oder Vermieterin ansprechen, ob die Heizungen regelmäßig gewartet werden. So kann garantiert werden, dass alles optimal funktioniert und keine Energie verloren geht.

Wenn man sich die Nutzung von Strom und Heizung im Alltag genauer anschaut sieht man an einigen Stellen, wo eine Nachbesserung sinnvoll ist. So sparen wir Energie und damit auch bares Geld.“

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