“Da geh ich gern hin!” soll der Gast in der Tagespflege sagen

von | 12. April 2019 | Miteinander leben, streiten, wachsen, Sagen Sie mal…

Hell, freundlich und mit Liebe zum Detail dekoriert: So zeigen sich die neu eröffneten Räume der Tagespflege von NürnbergStift. Anne Weih leitet die Einrichtung auf dem Gelände des Sebastiansspitals, die Menschen mit Demenzerkrankung soziale Kontakte ermöglicht und aktivierende Angebote macht. Jeden Morgen bringt ein Fahrdienst die Gäste und holt sie am Nachmittag wieder ab: „So können Menschen mit Demenz zuhause wohnen bleiben und die Angehörigen erleben Entlastung von ihrem anstrengenden Alltag“.

 

„Es ist auch für mich als Pflegekraft schön zu erleben, wenn ein Gast schon winkend auf das Haus zugeht“,

sagt Sven Dannigkeit. Wie Anne Weih ist er Gerontopsychiatrische Fachkraft und bildet mit der Betreuungsassistentin Claudia Türpe das Team der Tagespflege. Es wird noch aufgestockt werden um Hauswirtschaftliche Unterstützung, wenn alle 18 Plätze nach und nach belegt sind.
Das Betreuerteam legt Wert auf eine Atmosphäre, in der man sich herzlich willkommen fühlt: „Schließlich haben sich die Gäste unsere Einrichtung und das Zusammensein mit wildfremden Menschen nicht selber ausgesucht“, erinnert Anne Weih,“Ich freue mich, wenn das Miteinander hier gut klappt. Aber wir dürfen das nicht als selbstverständlich voraussetzen.“

Mancher Gast bringe zunächst die Angst mit, hier im Heim bleiben zu müssen.

Ein Probetag ermöglicht das Kennenlernen und Hineinschnuppern in den Alltag der Tagespflege. Die positive Erfahrung, nach einem gut verbrachten Tag wieder heimgebracht zu werden, macht dann auch Lust darauf, wiederzukommen.
Begonnen wird mit einem gemeinsamen Frühstück, mittags wird das Essen am gedeckten Tisch serviert und in der Gruppe eingenommen. Etwa einmal wöchentlich wird gemeinsam gekocht und gebacken. Von der freundlichen Küche aus schaut man auf die großzügigen Grünflächen des Sebastiansspitals:
„Ab und zu hoppelt ein weisses Kaninchen vorbei, das hier auf dem Gelände heimisch geworden ist,“ erzählt Anne Weih.“ Das beobachten die Gäste gerne, wenn sie auf der Terrasse sitzen. Neulich war ein so unverhofft schönes Frühlingswetter, da sind alle lieber bei unserer Bank mit dem Osterschmuck draußen geblieben, obwohl wir drinnen Übungen zur Sturzprophylaxe anbieten wollten. Das war ganz in Ordnung: Hier soll niemand zu etwas gezwungen werden!“

Jeden Tag gibt es Anregungen

.. für gemeinsames Tun, ob Singen, Gedächtnistraining, Spielen oder Spaziergänge. Die Wünsche der Gäste und der Angehörigen stehen im Vordergrund des Programms.
„Aber immer bieten wir Rückzugsmöglichkeiten, denn es ist nicht jedermanns Sache, etwas in der Gruppe zu unternehmen. Hier darf man auch einfach da sein und nichts tun.“
Die bequemen Ruhesessel laden dazu bereits ein, ebenso die rollstuhlgerechten Außenbereiche.

Das Team versucht aufzugreifen, was die Gäste interessiert,

auch in gemeinsamen Gesprächen: „Bei den Männern sind oft berufliche Erfahrungen und Autos ein Thema, das sie beschäftigt. Über Krieg und Vertreibung zu sprechen ist Vielen ein wiederkehrendes Bedürfnis.“
Die Arbeit in der Tagespflege ist vor allem Beziehungsarbeit, meint Sven Dannigkeit und Anne Weih nickt dazu: „Da geh ich gern hin, soll der Gast sagen können. Das zu erarbeiten ist für uns Tag für Tag die große Herausforderung.“

Alle wichtigen Infos über die Tagespflege bei NürnbergStift finden Sie hier auf einen Blick:
https://www.nuernberg.de/internet/nuernbergstift/tagespflege.html
Kontakt zur Tagespflege:
NürnbergStift, Pflegezentrum Sebastianspital am Wöhrder See
Veilhofstraße 38, 90489 Nürnberg, Telefon: 09 11 / 21 53 11 00

 

 

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für den tollen Beitrag! Ich hätte nicht gedacht, dass es bei den Männern ein großes Bedürfnis ist, über Themen wie Krieg und Vertreibung zu sprechen. Ich habe leider durch meine Familie und die Arbeit nur begrenzt Zeit, meine Eltern zu betreuen oder öfter nach ihnen zu sehen.  Über eine liebevolle Tagespflege werde ich mich sachkundig machen.

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  2. Ich finde die Möglichkeit der Tagespflege sehr gut. Dadurch haben die alten Menschen Anregungen und die Angehörigen werden entlastet. Für einige Menschen ist das aber tatsächlich nichts. Manche möchten in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Ich bin sehr dankbar, für meine Mutter eine ambulante Pflege gefunden zu haben, die zu ihr passt.

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