„Bewegung ist das Lebenselixier!“

von | 29. Januar 2021 | Sagen Sie mal…

Corona hat alles auf den Kopf gestellt, auch das Arbeitsleben. Viele Eltern arbeiten nun von Zuhause aus. Das schlägt auf Dauer nicht nur auf das Gemüt, sondern auch auf die Gesundheit: Oft kommt es zu Verspannungen, Kopfschmerzen oder schlechter Laune. Doch wie kann man sich trotz mobiler Arbeit zuhause fit und gesund halten?
Julia Roode ist Expertin auf diesem Gebiet: Als Sport- und Gesundheitswissenschaftlerin beim Personalamt der Stadt Nürnberg arbeitet sie in dem Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements und setzt sich mit der Gesundheit am Arbeitsplatz täglich auseinander.

 

Wie kann man denn trotz Homeoffice in Bewegung bleiben?

„Am besten ist es, einfach mal zu gehen – egal ob zum Bäcker oder eine kleine Runde um den Block. Ziel sollte es sein, sich ungefähr für 30 Minuten am Tag zu bewegen; die Zeit, die sonst für den Arbeitsweg drauf geht für Bewegung an der frischen Luft nutzen. Das ist nicht nur gut für unsere Gesundheit und unser Immunsystem, sondern auch für unsere Stimmung. Machen Sie das, was Spaß macht, z.B. eine Mittagspause mit den Kindern auf dem Spielplatz. Sie werden schnell merken, dass es guttut. Und lassen Sie es dann zur Routine werden.“

 

Inwiefern wirkt sich Bewegung auf unsere Arbeit aus und warum ist Bewegung am Arbeitsplatz so wichtig?

„Bewegung ist unser Lebenselixier. Regelmäßige Bewegung wirkt wie eine Art Lebenselixier positiv auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Der Mensch, ob groß oder klein, ist dazu gemacht, sich zu bewegen. Das ist gut fürs Immunsystem, gut für den Rücken, gut für die Konzentration, macht uns resistenter gegen Stress, bringt Körper und Geist in Schwung; auch die kleinste Dosis hilft, getreu dem Motto: Jeder Schritt hält fit. Und dabei profitieren Bewegungsmuffel und Couchpotatoes am meisten. Gerade jetzt lohnt es sich in Bewegung zu bleiben. Wie wir wissen, stärkt regelmäßige körperliche Aktivität sowohl unsere körperlichen, als auch unsere psychischen Ressourcen. Ressourcen – die wir alle gerade mehr denn je benötigen.“

 

Was sind einfache Übungen für die Arbeit am Schreibtisch?

„Einfach mal Strecken! Und dann die Arme schwingen, vor und zurück, gegengleich. Ein Bein dazu. Oder Überkreuzbewegungen, die kennen viele Kinder aus der Schule. Linkes Knie hochziehen und mit dem rechten Hand berühren. Und dann umgekehrt. Bringt Kreislauf und Gedanken in Schwung! Und ganz wichtig: Denken Sie auch an Ihre Augen. Den Blick bewusst in die Ferne schweifen lassen. Und dabei in den Bauch atmen. So können Sie mit 5 bis 10 Atemzügen kleine Entspannungsinseln schaffen. Und das dauert nicht mal eine Minute. Tipp: Pausen zur Routine machen! Also z.B. immer nach einer Besprechung oder einem Telefonat aufstehen und strecken und rausschauen. Dann erst weitermachen.“

 

 

Welche Angebote von dem Konzept „Bewegte Pause“ gibt es während Corona und wo sind diese zu finden?

„Weil es gemeinsam bessergeht, haben wir bei der Stadt Nürnberg vor vier Jahren die Bewegte Pause ins Leben gerufen. Gemeinsam bewegen wir uns in den Teams 15 Minuten pro Woche. So kommt nicht nur der Kreislauf in Schwung, es tut auch der Seele und dem Miteinander gut. Auf das Miteinander müssen wir momentan leider verzichten. Dafür gibt es im Intranet kurze Videos, die eigens für die Beschäftigten der Stadt Nürnberg produziert wurden und zum Mitmachen einladen. Manche Teams organisieren ihre Bewegte Pause mittlerweile aber auch schon über Onlinekonferenzen und können sich somit wieder gemeinsam bewegen. Weil es guttut, finden wir so Wege, die fade Zeit zu überbrücken.
Für Eltern, die nicht bei der Stadt Nürnberg arbeiten, gibt es viele hilfreiche Tipps und Übungen, z.B. vom Post SV Nürnberg e.V. oder anderen Vereinen und den Krankenkassen.“

 

„Am wichtigsten ist es, dass es Spaß macht und man dem ganzen wenigstens eine Chance gibt. So kann man leicht seinen inneren Schweinehund austricksen, denn, wenn man erst einmal merkt, dass es Spaß macht und guttut, dann macht man es immer wieder gerne!“

 

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Bildnachweis: Rawpixel, Julia Roode