Auf den Hund gekommen

von | 4. April 2022 | Freizeit!!!, Miteinander leben, streiten, wachsen

Die „Fünf Freunde“ hatten Timmy und Gabi von „TKKG“ ließ sich von Oskar die Pfote geben. „Kommissar Rex“ löste Mordfälle und bekam zur Belohnung Wurstsemmeln. Und unsere Kinder erleben mit „Ryder“ und der „Paw Patrol“ die nächsten Abenteuer.

Was wäre eine Kindheit ohne Hund?

Hunde stehen auf Kinderwunschlisten ganz oben. Dabei sehen Kinderkriterien oft sehr anders aus als Elternkriterien, wenn es um den perfekten Hund für alle geht. Kinder wollen einen flauschigen Freund, der verschmust und verspielt ist. Erwachsene suchen meistens einen kinderlieben Kameraden, der möglichst wenig haart und müffelt.

Der perfekte Hund sieht für jede Familie anders aus. Wichtig ist, dass ihr euch gemeinsam darauf einigt, ob ihr einen Hund wollt und welchen.

Wir wollen euch bei der Entscheidung ein paar Tipps mit an die Hand geben. Macht am besten im Familienrat eine Liste mit Gründen für und gegen einen Hund und euren Vorstellungen und Wünschen.


Was FÜR einen Hund spricht

1001 Gründe sprechen dafür, sich einen Hund ins Haus zu holen. Die Begeisterung für einen Hund ist so vielfältig wie die Menschheit selbst.

Als häufigste Gründe werden von Hundefamilien genannt:

• Wir möchten einen Freund fürs Leben

Kinder, die mit Hunden aufwachsen, sind vergleichsweise ausgeglichener, sozialer und weniger aggressiv. Gerade für Kinder mit Neurodivergenz, Entwicklungsstörung oder Behinderung ist daher das Aufwachsen mit einem Hund oft förderlich für ihre soziale Entwicklung.

Kinder lernen mit Hunden, was es bedeutet, unvoreingenommen zu lieben und Loyalität zu zeigen. Sie stärken spielerisch ihr Selbstbewusstsein, übernehmen kindgerecht Verantwortung und zeigen Rücksicht.

• Wir möchten uns mehr bewegen

Regelmäßige Bewegung ist wichtig für die körperliche und mentale Gesundheit. Das wissen wir alle – und doch geht es häufig im Alltag unter.

Ein Hund sorgt automatisch für mehr Bewegung. Dreimal am Tag, insgesamt mindestens 2 Stunden ist die Faustregel. Allerdings ist natürlich auch die Größe und die Sportlichkeit des Hundes mitentscheidend.

Nürnberg bietet übrigens eine Besonderheit unter Hundefreunden: 17 Freilaufzonen erlauben das Ableinen von Hunden. So können die Hunde sich noch besser austoben und soziale Kontakte knüpfen.

• Wir möchten etwas Neues in unserer Freizeit machen

Natürlich ist ein Hund ein Lebewesen und kein Hobby, das nach zwei Wochen in der Ecke landet.
Aber mit dem Hund gemeinsam kann man sehr viel Neues entdecken:

In Deutschland ist Hundesport schon lange kein Fremdwort mehr. Auch in Nürnberg gibt es mehrere Hundesportvereine, die sich über Zuwachs freuen. Hier findet jeder Hund sein Glück – beim Agility, Treibball, Hundefrisbee oder Flyball.

• Wir möchten neue Menschen kennenlernen

Nichts bringt einen so schnell und problemlos in ein Gespräch wie zwei Hunde, die sich gegenseitig beschnüffeln und ihre Leinen dabei verhaken.

Für Zugezogene der perfekte Eisbrecher, um in der Nachbarschaft anzukommen.

 

Was GEGEN einen Hund spricht

Es gibt auch gute Gründe, sich gegen einen Hund zu entscheiden.

• Wir können nicht jeden Tag mit dem Hund raus

Spaziergänge sind toll – bei Sonnenschein. Der gesunde Aspekt von täglicher Bewegung entfaltet sich zwar auch bei Regen, Schneesturm und Hagel, die gute Laune aber bleibt dann üblicherweise vor dem Kamin.

Eine Hundeblase drückt jeden Tag und auch, wenn viele Termine anstehen. Wenn Flötenunterricht, Fechten und Ehrenamt sich also so stark überschneiden, dass einfach keiner mehr Zeit hat, mit dem Hund rauszugehen, solltet ihr euch das gut überlegen.

• Wir fahren sehr oft oder spontan in den Urlaub

Hunde und Urlaub widerspricht sich nicht. An viele Orte kann man problemlos Hunde mitnehmen: Immer mehr Hotels bieten hundefreundliche Zimmer an und Campingplätze sind selten hundefrei.

Einen Hund in den Urlaub mitzunehmen erfordert aber mehr Planung als der durchschnittliche Spontantrip nach Paris. Überlegt euch, ob und wie ihr einen Hund integrieren könnt.

Wir müssen den Hund mehr als sechs Stunden jeden Tag alleine lassen

Die meisten Hunde können lernen, stundenweise alleine zu bleiben. Er sollte aber nicht den Großteil des Tages alleine verbringen müssen.

In Zeiten von Ganztagsschulen und Hobbies kann das schnell passieren. Überprüft eure normale Woche mal auf die Frage, wie lange der Hund alleine wäre.

• Unsere Vermieter erlauben keine Hunde

Rechtlich gesehen darf Hundehaltung nur mit Grund abgelehnt werden – zum Beispiel, wenn der Hund die Nachbarn stört oder als gefährlicher Hund gilt.

Wenn jedoch klar ist, dass die Wohnungseigentümer die Haltung eines Hundes ablehnen, solltet ihr euch zweimal überlegen, ob ihr dafür einen Streit vom Zaun brecht.

 

Wie finden wir UNSEREN Hund?

Die Fragen „Welcher Hund passt zu uns“ und „Welchen Hund wollen wir“ sind bestenfalls überlappend. Um jedoch bösen Überraschungen und Enttäuschungen aus dem Weg zu gehen, sollten einige Kriterien durchdacht werden, bevor die Liebe auf den ersten Blick einen trifft.

Schlussendlich ist die wichtigste Komponente die persönliche Chemie, die zwischen Hund und Herrchen oder Frauchen besteht. Ein paar objektive Punkte solltet ihr aber vorher für euch abklären:

• Gelassenheit

Das Leben mit Kindern ist unausweichlich laut und turbulent. Der Hund sollte weder die Energie noch hochtreiben und zum Bellproblem werden, noch sollte er davon eingeschüchtert sein oder sich bedroht fühlen.

• Gehorsamkeit

Jeder Hund ist nur so gut, wie man ihn erzieht. Dennoch gibt es Hunde, die mehr Interesse an Gehorsamkeit zeigen als andere.

Damit auch die Kinder an der Erziehung erfolgreich mitwirken können, sollte der Hund daher leicht zu trainieren sein.

• Pflegeleicht & händelbar

Ein langhaariger Hund muss jeden Abend gebürstet und regelmäßig gebadet werden, damit das Fell nicht verfilzt. Das kostet mehr Zeit, als man denkt.

Die Größe sollte für alle Familienmitglieder passen. Denkt dran: Je größer der Hund, desto größer müssen auch die Kinder sein, wenn sie ihn alleine führen dürfen.

Tipp

Im Tierheim Nürnberg könnt ihr euch freiwillig melden, um einen Hund dort Gassi zu führen. Dort lernt ihr auch in einem Einführungskurs die wichtigsten Basics und klärt ihr direkt Allergien, Ängste und Wünsche ab.

So könnt ihr fundiert in euer Leben mit Hund starten.

Anmerkung der Redaktion: Sebastian Schläger ist selbst glückliches Herrchen seiner zwei Pfotenfreunde Luna und Julius. Er schreibt auf seinem Blog über alle Themen, die ihn im Alltag mit den beiden Hunden beschäftigen: – Hunde.plus

 

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