„Als Umweltplanerin möchte ich in meinem Alltag noch anderen Themen Raum geben“

von | 4. Januar 2021 | Familie und Beruf - Alles gut vereinbar?!, Sagen Sie mal…

Andrea Hilker leitet im Umweltamt der Stadt Nürnberg einen Bereich mit 23, demnächst 24 Beschäftigten: Die Abteilung Umweltplanung.
Eben erst wurde für Andrea Hilkers Team eine neue Stelle für die Auseinandersetzung mit der Klimaanpassung ausgeschrieben und das Echo an Bewerbungen war enorm: „Gerade in Themenbereichen, die gesellschaftspolitisch aktuell sind, ist die Stadt eine attraktive Arbeitgeberin.“

Sie findet am Umweltamt der Stadtverwaltung interessant, dass in so vielen, unterschiedlichen Feldern gearbeitet wird: „Natürlich gibt es, wie bei jedem Arbeitgeber, Dinge, die man kritisch sehen mag. Aber die Sicherheit, die uns Beschäftigten hier geboten wird, die kann ich nur hervorheben. Und wir setzen uns hier im Umweltamt für Allgemeinwohlbelange ein, das ist ein gutes Gefühl“.

 

 

Umweltplanung – wie kann Andrea Hilker kurz erläutern, was dazu gehört?

„Wir bringen uns in die verschiedensten Themen der Stadtentwicklung ein. Wir erstellen z.B. für das Stadtgebiet landschafts- und freiraumplanerische Konzepte, erarbeiten Klimaanpassungsstrategien und Lärmaktionsplanungen. Neben diesen konzeptionellen Arbeiten prüfen wir hier zahlreiche Planungen auf ihre Umweltverträglichkeit: Ob es nun um den Boden und das Grundwasser, um Vegetation, Fauna, Lärm, Klima oder Grün geht. Wichtig ist uns dabei die gute Zusammenarbeit mit den verschiedenen Ressorts der Stadtverwaltung, aber auch mit Partner*innen von außerhalb.“

Andrea Hilker ist Biologin in einem multiprofessionellen Team, das in der Kooperation mit anderen – zum Beispiel dem Servicebetrieb Öffentlicher Raum und Stadtplanungsamt sowie Jugendamt – Vorschläge erarbeitet, um Nürnbergs Freiraumgestaltung voranbringen. Auf den Masterplan Freiraum, der im Rahmen dieser Zusammenarbeit entstand, ist sie sehr stolz.
„Berichte, Stellungnahmen, Vorlagen für die Stadträt*innen zu verfassen, das gehört auch zu unserer Arbeit,“ erzählt Andrea Hilker, „denn das letzte Wort bei der Weichenstellung in Umweltfragen hat die Politik“.

Seit 2007 leitet sie die Abteilung Umweltplanung, anfangs mit 42 Wochenstunden, wie das damals für Beamt*innen, die in Vollzeit beschäftigt waren, üblich war.
Als sie ihre Arbeitszeit reduzieren wollte, stieß sie zunächst nicht auf große Begeisterung. „Aber es gab Vorbilder, zum Beispiel eine Kollegin mit Führungsaufgaben, die aufgrund ihrer Kinder in Teilzeit arbeitete und wo es sehr gut funktionierte. So durfte auch ich nach einiger Zeit erstmal auf 35 Wochenstunden reduzieren. Und nun arbeite ich in einem starken, tollen Team. Ich bin dankbar, dass mir die Stadt Nürnberg und mein gesamtes Team diese Teilzeit auch auf längere Zeit ermöglicht.“
„Ich habe in den letzten Jahren immer sehr flexibel zwischen 32 und 36 Wochenstunden gearbeitet. Da möchte ich nächstes Jahr auch wieder hinkommen, denn dass ich aktuell in Vollzeit arbeite, ist der Coronakrise und dem damit verbundenen Mehraufwand an Organisationsarbeit geschuldet.“

 

Andrea Hilker hatte ihre Arbeitszeit anfangs aus familiären Gründen reduziert: Die betagten Eltern lebten in Norddeutschland und sie benötigte regelmäßig verlängerte Wochenenden, um sie zu unterstützen: „So saß ich häufig donnerstags abends im Zug, am Sonntagabend wieder zurück. Beide sind mittlerweile verstorben und ich kann sagen: Ich bin sehr glücklich und dankbar, dass ich so viel Zeit mit ihnen verbringen konnte, gerade in den letzten Jahren.“ Als parallel dazu auch noch die Nichte, eines ihrer Patenkinder, schwer erkrankte, war für Andrea Hilker klar, dass sie zur Stelle war.

Und dann sind da heute ein erwachsenes Patenkind, das gerade in Kolumbien arbeitet und zwei kleine Patenkinder, die ihr sehr am Herzen liegen. Es gibt auch andere Gründe, aus denen heraus Andrea Hilker ihre Arbeitszeit etwas reduzieren wollte: „Wir haben keine eigenen Kinder, aber für uns ist auch unser enger Freundeskreis gewissermaßen Familie. Ich möchte gern die Zeit und die Power haben, für sie da zu sein.“

 

„Neben meiner Arbeit möchte ich auch anderen Themen Raum geben.“ Dazu gehören für sie vor allem kulturelle Interessen, zum Beispiel Literatursendungen für einen lokalen Radiosender zu gestalten oder Salonabende zu veranstalten. Oder auch ab und zu am Wochenende bei der Biotoppflege zu helfen. Etwa 70% ihrer Mitarbeiter*innen arbeiten in unterschiedlichen Teilzeitmodellen. Gang und gäbe sei es mittlerweile, dass auch Väter Elternzeit nehmen. Sicherlich ist es für ein Team ermutigend, zu erleben, wenn die Chefin vorlebt, dass Führung in Teilzeit durchaus möglich und befriedigend ist.

 

Mehr über Umweltplanung bei der Stadt Nürnberg:
https://www.nuernberg.de/internet/umweltamt/umweltplanung.html

Hier geht es zum Karriereportal der Stadt:
https://www.nuernberg.de/internet/arbeitgeberin/

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Bildnachweis: Andrea Hilker