13. Dezember

von | 13. Dezember 2020 | Freizeit!!!, Sagen Sie mal…

„Zuhören ist etwas ganz Wichtiges“ – Der ehrenamtliche Besuchsdienst des Seniorenamtes

 

In der Vorweihnachtszeit, wenn es früh dunkel wird, ist es besonders schön, wenn man ab und zu Besuch oder einen Anruf bekommt. Das gilt gerade auch für ältere Menschen, die alleine leben und nur wenige Kontakte haben. Für sie bietet das Seniorenamt der Stadt Nürnberg einen ehrenamtlichen Besuchsdienst an. Organisiert und betreut wird er von Angelika Thiel.
„Bei den Besuchen der Ehrenamtlichen stehen meistens die Gespräche im Vordergrund. Das Zuhören ist etwas ganz Wichtiges“ so die Sozialpädagogin. Aber auch Spazierengehen, Vorlesen, Einkaufen oder die Begleitung beim Arztbesuch können Teil des Besuchsdienstes sein. Das ist jeweils abhängig von den Wünschen der älteren Menschen und dem, was die Ehrenamtlichen anbieten möchten. Haushaltshilfen werden aber nicht vermittelt.

 

Das Durchschnittsalter der Besuchten liegt bei 81 Jahren, die Älteste ist stolze 99 Jahre alt. Mindestens 50 sollte man sein, um das Angebot zu nutzen. „Wenn relativ junge Menschen den Besuchsdienst in Anspruch nehmen, dann sind es meistens solche mit einer sehr schweren Erkrankung“, berichtet Angelika Thiel. Ein häufiger Grund, den Besuchsdienst zu nutzen, ist Einsamkeit, zum Beispiel, weil man keine Familie hat oder die Familie weit weg wohnt. Auch eine eingeschränkte Mobilität oder psychische Belastungen spielen eine Rolle.
Die Altersspanne der Ehrenamtlichen reicht von 19 bis 86 Jahren. „Bei den Jüngeren hängt das Engagement oft mit der eigenen Familiengeschichte zusammen“, weiß Angelika Thiel. „Manchmal ist die eigene Großmutter schon verstorben und dann ist da der Wunsch, jemand Älteres so zu unterstützen, wie man die eigene Großmutter unterstützt hätte, wenn sie noch leben würde“. Ältere engagieren sich, weil sie gerne helfen und etwas Sinnvolles und Erfüllendes tun möchten.

 

 

Wenn das Seniorenamt erfährt, dass jemand gerne Besuch bekäme, macht Angelika Thiel in der Regel einen Hausbesuch. „Jetzt in Corona-Zeiten kann ich natürlich nur telefonieren, und das macht es schon schwerer. Wenn ich die Seniorinnen und Senioren zu Hause besuche, bekomme ich leichter ein Gefühl dafür, welche Ehrenamtlichen passen könnten. Und ich kann noch weitere Hilfen vermitteln, falls das gebraucht wird.“
Bei der Auswahl der Ehrenamtlichen achtet sie darauf, dass nicht nur die Interessen übereinstimmen, sondern dass es auch auf der emotionalen Ebene passt.
„Wenn ich jemanden für den Besuchsdienst gefunden habe, machen wir gemeinsam einen Hausbesuch“, so Angelika Thiel. „Dass ich beim ersten Treffen dabei bin, vermittelt Sicherheit. Und wenn beide Seiten am Anfang noch etwas unsicher sind, dann unterstütze ich auch gerne dabei, das Gespräch in Gang zu bringen“.
Auch bei Fragen oder Probleme können sich alle Beteiligten an die Sozialpädagogin wenden. „. Ich sage immer, sie sollen sich gleich bei mir melden, auch wenn sie nur so ein komisches Bauchgefühl haben“, so Angelika Thiel. Denn dann kann noch so manches Missverständnis geklärt werden, bevor ein Problem daraus wird.

 

 

Für die Ehrenamtlichen gibt es monatliche Treffen, in denen sie sich austauschen und von den Erfahrungen der anderen profitieren können.
Und wie viel Zeit sollte jemand für den Besuchsdienst mitbringen?
„Die meisten Ehrenamtlichen besuchen ‚ihre‘ Seniorinnen und Senioren einmal in der Woche für anderthalb bis zwei Stunden“ antwortet Angelika Thiel. „Aber auch 14-tägige Besuche sind möglich. Und ich habe eine Ehrenamtliche, die immer mal wieder 2 oder 3 Monate mit dem Wohnmobil unterwegs ist. Da habe ich einen Ersatz für die Zeit, in der sie weg ist.“ Wichtig ist einfach, dass die Lösung für alle Beteiligten passt.

 

 

Wer gerne Besuch vom ehrenamtlichen Besuchsdienst bekäme oder sich ehrenamtlich engagieren möchte, kann sich an Angelika Thiel wenden:
Telefon: 0911/231-6659
E-Mail: angelika.thiel@stadt.nuernberg.de
www.senioren.nuernberg.de

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