Wo der Zauber zwischen den Seiten wohnt – Kinderbücher voller Hexen, Geistergeschichten und Halloween-Magie

von | 24. Oktober 2025 | Eltern werden, Eltern sein, Freizeit!!!

Halloween hat seine Wurzeln in einem uralten Fest der Kelten, das Samhain hieß. Damals glaubten die Menschen, dass in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November die Grenze zwischen den Lebenden und den Toten besonders dünn sei und Geister über die Erde wanderten. Um sich zu schützen, entzündeten sie Feuer, verkleideten sich und machten Lärm. Heute ist daraus ein buntes Kinder- und Familienfest geworden, mit Kürbissen, Kostümen und einem guten Schuss Gänsehaut. Doch im Herzen geht es immer noch um dasselbe wie früher: um den Mut, sich dem Unbekannten zu stellen, um das Zusammensein und um die Freude daran, die Dunkelheit zu vertreiben. Diese Mischung aus Grusel und Geborgenheit, aus Zauber und Mut findet man auch in den folgenden Geschichten wieder.

 

Manchmal zeigt sich gerade in dem, was anders ist, das Besondere. Gustavo, das scheue Gespenst, kann durch Wände gehen und im Dunkeln leuchten, doch das Wichtigste fällt ihm schwer: den anderen zu zeigen, wer er wirklich ist. Erst als er sich traut, ein Geigenkonzert zu geben, merkt er, wie schön es ist, nicht allein zu bleiben. Auch das kleine Flickengespenst, das mit seiner schweren Decke etwas unbeholfen durch die Nacht schwebt, muss erst erkennen, dass seine Eigenart kein Nachteil ist, sondern eine Gabe. Was es von den anderen unterscheidet, führt es zu einem Abenteuer, das größer ist, als es je gedacht hätte. Und während die kleinen Gespenster ihre Geschichten flüstern, weht ihr Wispern weiter in ein anderes Dorf. Dort leben Bodhi und Joe, zwei Kinder, die in ein richtiges Spukabenteuer geraten. Seit Bodhis Familie nach Neu-Nebelheim gezogen ist, sehnt er sich nach dem alten Zuhause, das bald abgerissen werden soll. Als er sich ein letztes Mal dorthin wagt, merkt er, dass die verlassenen Straßen längst nicht leer sind, zwischen den Häusern wandern Geister, die ihren Frieden verloren haben. Zusammen mit Joe, einer mutigen Expertin in Geisterfragen, versucht er, sie zu befreien. Dabei entsteht eine Geschichte voller Witz, Wärme und der leisen Erkenntnis, dass Heimat nicht immer ein Ort ist, sondern manchmal dort entsteht, wo man sich traut, für andere da zu sein.

 

 

Wo Geister ihr Zuhause suchen, sind Hexen meist nicht weit. Sie mischen Kräuter, brauen Zaubertränke und bringen Licht ins Dunkel, manchmal mit einem Augenzwinkern, manchmal mit viel Tamtam. So wie bei Leila. Die kleine Hexe, möchte den großen Hexenkuchen-Wettbewerb gewinnen, doch sie merkt schnell, dass echte Magie nicht nur aus Zaubersprüchen besteht. Ganz anders vom Typ her ist Mirabella, halb Hexe, halb Fee, die mit funkelnden Flügeln und frechen Ideen durch die Welt wirbelt. Als sie plötzlich brav und ordentlich sein soll, begreift sie, dass der größte Zauber oft darin liegt, einfach man selbst zu bleiben. Da jede Zeit ihre eigenen Hexen kennt – ob auf Besen oder auf Barrikaden – ist es gerade für Jugendliche interessant, hier tiefer einzutauchen. Die prachtvoll illustrierte Hexen-Enzyklopädie zeigt die echten Hexen, nicht die mit den krummen Nasen und den fliegenden Besen, sondern die starken, klugen und auch zum Teil gefährlichen Frauen. Lilith, Circe, Baba Jaga, sie alle stehen für Wissen, Rebellion und Freiheit. Dieses prachtvoll illustrierte Buch ist wie ein Tor in ein Reich, in dem Geschichte, Legende und Zauberkunst ineinander übergehen und jede Seite leise schimmert vor alter Kraft.

 

 

Wer lieber selbst den Zauber in die Hände nimmt, greift zur Do-it-yourself-Magie. Ob Pflanzenamulett, Kräuterbeutel oder Traumkissen, hier entstehen Schritt für Schritt magische Objekte mit persönlicher Note. Das Buch erklärt die Bedeutung von Farben, Pflanzen und Mondphasen und zeigt, dass Magie viele Gesichter hat. Und nicht alle tragen spitze Hüte. Zwischen all den Hexen und Gespenstern stapft Franky, der Dreiviertel-Zombie, mit seinem Drachen Odi durch sein chaotisches Leben. Schleim, Missgeschicke und jede Menge Lachen begleiten ihn auf seiner Suche nach einem Platz in der Welt. Während Franky versucht, Ordnung in sein Durcheinander zu bringen, ziehen auch andere sonderbare Wesen vorbei. So wie Cosmo, der Zauberkater, der sich in der Ausbildung zum Begleiter eines Zaubererkindes befindet und dann ausgerechnet der tollpatschigsten aller Hexen zugeteilt wird.

 

 

Oder Schnurrifluff, der plötzlich in der Welt WODERPFEFFERWÄCHST landet, in der Pfefferkuchenschnecken sprechen und Freundschaft manchmal das größte Abenteuer ist.
Und dann gibt es da noch den Zauberer Kotzmotz, dessen Name schon verrät, dass mit ihm nicht zu spaßen ist. Wenn er tobt und wütet, halten alle Tiere im Wald den Atem an und verstecken sich; selbst die Bäume zittern vor Angst. Nur ein kleiner, unbekümmerter, zerzauster Hase lässt sich nicht beirren und landet unversehens direkt vor dem Haus des Zauberers. Wird es ihm gelingen, dem dunklen Magier zu widerstehen und seiner rasenden Tobsucht etwas entgegenzusetzen? Diese Geschichte über intensive, elementare Gefühle von Angst, Wut, Einsamkeit, Zutrauen und Zärtlichkeit wird mit viel Humor und einer schier unerschöpflichen Lust an den poetischen und bildhaften Möglichkeiten der Sprache erzählt. Am Ende zeigt sich: Selbst die größte Wut kann sich verwandeln, wenn jemand den Mut hat, zu berühren statt zu fliehen und manchmal genügt dafür ein einziges, zartes Wort: „Monarosadella“.

 

 

Und weil zu Halloween nicht nur gelesen, sondern auch gefeiert werden darf, sorgen Bücher wie „Feste feiern für Potter-Fans“ für den richtigen Zauber auf dem Tisch. Kürbispasteten, schillernde Tränke und funkelnde Buffets lassen selbst Muggelherzen höherschlagen. Für kleine Entdecker gibt es außerdem „Ich sehe was … – gruselige Bilderrätsel“ sowie ein Wimmelbuch voller Hexen, Monster und Gespenster, das zum Staunen und Lachen einlädt.

 

 

Wenn man dann müde und erschöpft ist, dann ist „Mein großes Vorlesebuch von Zauberern, Hexen und anderen magischen Wesen“ genau das Richtige. Es ist eines jener Bücher, bei denen man sich am liebsten auf den Schoß des Vorlesers kuschelt, während draußen der Wind an die Fenster klopft. Zwischen seinen Seiten fliegen Eulen durch die Nacht, flüstern Meeresungeheuer von fernen Zeiten und Riesen erzählen von Wundern, die man fast vergessen hatte. Jede Geschichte wärmt ein bisschen und lässt einen zugleich angenehm frösteln, so, wie es nur gute Märchen an dunklen Herbstabenden können. Und wenn die Kinder längst schlafen und die Nacht ganz still geworden ist, gibt es auch für die Eltern den passenden Schauer. In „Die Hexen vom Tüllinger“ glaubt Kommissarin Jana Vecera, ein paar Tage Ruhe in einem kleinen Städtchen zu finden. Doch ein Fund am Waldrand zieht sie hinein in ein Netz aus alten Geheimnissen, Schweigen und Schuld. Der Roman entfaltet seine Spannung leise, aber unaufhaltsam, und erinnert daran, dass manche Orte ihre Geister eben nie ganz loswerden.

 

 

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