Mitbauen erwünscht: Wie Kinder in Nürnberg Bauprojekte mitgestalten!

von | 13. Februar 2026 | Eltern werden, Eltern sein, Miteinander leben, streiten, wachsen

Was brauchen Kinder, damit sie sich in Schulen, Kindertagesstätten oder einem Kinderkrankenhaus wirklich wohlfühlen? In Nürnberg wird diese Frage seit einigen Jahren nicht nur gestellt, sondern konsequent bei Bauvorhaben berücksichtigt.

„Kinder sind an allen Lebenswelten, die sie betreffen, zu beteiligen“ – dieser Anspruch ist rechtlich klar verankert, seine Umsetzung in komplexen Planungsprozessen jedoch herausfordernd. Bauvorhaben folgen festen Abläufen, Zeitplänen und Zuständigkeiten, dabei arbeiten zahlreiche Akteurinnen und Akteure zusammen,
Kinderperspektiven dort einzubinden, erfordert Mut, Offenheit, Zeit und die Bereitschaft neue Wege gehen zu wollen. Denn aus Sicht der Kinder geht es beim Bauen um mehr als Quadratmeter, Fluchtwege und Ausstattungskataloge.

Dass es funktionieren kann, zeigt der Neubau der Kinderklinik im Nürnberger Süden, hier arbeiten das Klinikum Nürnberg und das Jugendamt gemeinsam daran, Kinderwünsche sichtbar zu machen.

 


Bereits 2020 wurden Kinder gefragt, was sie brauchen, um sich in einem Kinderkrankenhaus wohlzufühlen. Rund 2.800 Rückmeldungen gingen ein. Seitdem begleiten Kinder den Bauprozess kontinuierlich: Sie bewerten Musterzimmer oder gestalten Orientierungshilfen mit. So wurden mit den Kindern die sogenannten „Frizzi-Figuren“ entwickelt.

 

 

Die lustigen Fabelwesen sollen Mut und Abwechslung im Klinikalltag schenken, das Leit- und Orientierungssystem durch das Gebäude stützen und den Kindern zukünftig helfen, sich im Krankenhaus zurechtzufinden. Die Perspektiven der Kinder fließen sichtbar in die Planung ein – bis heute, bis zur Eröffnung Anfang 2027 und voraussichtlich auch darüber hinaus.

 

Auch beim Bau von Kindertagesstätten ist Beteiligung längst mehr als ein Pilotprojekt. Beim Neubau einer Kita im Stadtteil Herpersdorf werden Kinder seit 2024 aktiv in die Planung einbezogen. „Die Kinder wissen sehr genau, was sie brauchen“, berichtet Kerstin Weiskirchen, Abteilungsleitung im Bereich der städtischen Kindertagesstätten. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen begleitet sie den Prozess. In regelmäßigen Treffen bringen Kinder ihre Ideen ein, diskutieren mit Fachkräften und erleben, wie aus Vorstellungen konkrete Planungen werden.

 

Nicht jeder Wunsch ist umsetzbar – doch auch das wird transparent gemacht und gemeinsam besprochen. Manchmal heißt das auch, sich vom Traum eines eigenen Swimmingpools auf dem Kita-Gelände zu verabschieden. Beteiligung bedeutet ernst genommen zu werden, nicht alles entscheiden zu können. Die Erfahrungen zeigen: Kinder erweitern die Perspektive der Erwachsenen, während sie selbst lernen, wie komplexe Bauprozesse funktionieren.

 

Nürnberg macht damit deutlich, dass Kinderbeteiligung auch bei großen Bauvorhaben möglich ist – wenn Kinder als Expertinnen und Experten ihrer Lebenswelt verstanden werden. Die bisherigen Erfahrungen zeigen: Es lohnt sich, ihnen zuzuhören.

 

 

 

 

Mehr zum geplanten Klinikum und einen kleinen Einblick in die Wünsche der Kinder für „ihre“ Klinik findet ihr hier:

Das Projekt · Kinderklinikum Nürnberg

Ihr wollt wissen, wie sich Kinder und Jugendliche noch in Nürnberg beteiligen können?

Info gibt´s hier:

Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Nürnberg – Bürgerbeteiligung

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Bildnachweis: Copyright: Giulia Iannicelli, Copyright: Jakob Lichtenfeld