Kindertagespflege: Flexible Lösungen für Familien
Für viele Familien in Nürnberg, Fürth und dem Landkreis Fürth gehört das fmf-FamilienBüro längst zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um die Betreuung der Kleinsten geht. Seit bald 20 Jahren vermittelt das Team Tagespflegepersonen, berät Eltern persönlich und sorgt dafür, dass Kinder in einem familiären, verlässlichen Umfeld betreut werden können. Rund 300 qualifizierte Tagespflegepersonen, vorwiegend Frauen, kümmern sich um fast 900 Kinder. Wir haben mit der Sozialpädagogin Mona Kuch aus dem fmf-FamilienBüro gesprochen – über familiennahe und bindungsorientierte Betreuung.

Kindertagespflege ist die Betreuung von höchstens 5 Kindern in einem privaten Haushalt, in extra dafür angemieteten Wohnräumen oder in vom Jugend- und vom Bauamt genehmigten Räumen als Großtagespflege, bei der aber auch jeweils nur bis zu 5 Kinder einer Betreuungsperson zugeordnet sind.
Das also, was man im allgemeinen Sprachgebrauch unter Tagesmutter kennt. Was macht diese Form der Betreuung aus?
Das Angebot ist eine echte Alternative zur Krippe und richtet sich vor allem an Kinder zwischen 0 und 3 Jahren. Immer häufiger kommen aber auch ältere Kinder dazu, zum Beispiel, wenn kein Kindergartenplatz gefunden wurde oder ein Kind aus dem Kindergarten herausgenommen wurde und besondere Betreuung braucht. Eine gute Tagespflege bedeutet für die Kleinen vor allem: ein ruhigeres Umfeld, eine feste Bezugsperson, individuelle pädagogische Angebote, viel Nähe und Zeit. Kinder spüren sofort, wenn sie gesehen werden. Und genau das passiert in kleinen Gruppen oft besonders intensiv.
Sein Kind in fremde Hände zu geben, das fällt nicht leicht. Welche Voraussetzungen bringen Tagespflegeeltern denn mit?
Interessierte, die sich bei uns bewerben, durchlaufen eine Qualifizierung mit 300 Stunden Schulung plus fortlaufender Fortbildung. Das beinhaltet pädagogische Themen, organisatorische Grundlagen, und ein Praktikum. Sie brauchen zudem ein erweitertes Führungszeugnis, einen Erste-Hilfe-Kurs speziell auf Kinder ausgerichtet und ein ärztliches Gutachten. Hinzu kommt, dass das Jugendamt, mit dem wir zusammenarbeiten, für alle Personen, die in dem Haushalt leben eine Abfrage startet, auch für erwachsene Kinder. Wir schauen uns aber nicht nur die Personen, die sich bei uns bewerben, genau an, sondern auch die Räumlichkeiten, denn die Wohnung muss für Kinder wirklich sicher sein.
Was passiert eigentlich, wenn eine Tagespflegeperson plötzlich ausfällt? Das ist ja für Eltern oft eine große Sorge.
Wir haben hier Lösungen, die gut funktionieren. Von Springern, die die Kinder bereits kennen über das gegenseitige Vertreten bis hin zu eigens für solche Zwecke eingerichtete Räume. Wir wissen, dass gerade berufstätige Eltern eine zuverlässige Betreuung benötigen.
Wie laufen Vermittlung und Eingewöhnung ab? Ist es möglich, auch individuelle Bedürfnisse zu berücksichtigen

Wir führen immer ein persönliches Gespräch mit den Eltern: Welche Zeiten werden gebraucht? Welche Besonderheiten hat das Kind? Gibt es Wünsche zum Beispiel hinsichtlich des Aufenthalts an der frischen Luft, einer bestimmten Pädagogik wie Montessori oder bezüglich des Essens? Sind Allergien vorhanden? Oder Diabetes? Wir versuchen immer jemanden zu finden, der entsprechende Erfahrung hat.
Für die Eingewöhnung nehmen sich die Kindertagespflegepersonen die Zeit, die das Kind braucht. Die früheste Trennung findet ab dem vierten Tag statt und auch dann reden wir nur von einem anderen Raum in der Betreuungsstelle. Damit Vertrauen entsteht, brauchen nicht nur die Kinder Zeit, sondern auch die Eltern. Aus diesem Grund haben wir auch ein beidseitiges Kündigungsrecht von in der Regel zwei Wochen eingeführt. Wir empfehlen Eltern, zwei oder drei Tagespflegestellen anzuschauen und sich zum Beispiel auch mal auf dem Spielplatz mit der Betreuungsperson zu treffen und sie bei ihrer Arbeit zu beobachten.
Ist es schwer, einen Platz zu bekommen?
Die Betreuungssituation hat sich seit dem Sommer 2024 spürbar verändert. Gründe dafür gibt es viele: steigende Lebenshaltungskosten, mehr Home-Office seit der Corona-Pandemie oder auch die allgemeinen Ausgaben für die Betreuung von Kleinkindern. Die positive Nachricht aber ist, dass wir derzeit wieder mehr freie Plätze haben. Und wir freuen uns sehr, wenn Eltern auf unser Angebot aufmerksam werden. Ein Vollzeitplatz kostet in Nürnberg beispielsweise rund 450 Euro. Die Betreuungszeit kann dabei flexibel zwischen 10 und 60 Stunden pro Woche gewählt werden, bei Bedarf auch zu ungewöhnlichen Zeiten, etwa für Eltern im Schichtdienst. Wir beraten Familien gerne individuell und unterstützen auch bei Fragen zu möglichen Zuschüssen.
Wofür steht die Tagespflege im fmf-Netzwerk?
Uns ist eine wertschätzende, familiäre, individuelle Begleitung mit einer festen Bezugsperson wichtig und das bringen wir auch immer aktuell in unsere Fortbildungen mit ein. Wir haben hier zum Beispiel ein Schutzkonzept ausgearbeitet. Dazu gehört, eine Kindeswohlgefährdung zu erkennen, aber auch die Grenzen des Kindes zu wahren. Das fängt schon bei der Sprache an, bei der Verwendung von Kosenamen zum Beispiel. Was macht es mit einem Kind, wenn ich es als „Prinzessin“ bezeichne? Wie empfinden die anderen Kinder, wenn ich eines „Schatz“ nenne? Solche Feinheiten sind unglaublich wichtig.
Welche Fähigkeiten entwickeln Kinder in der Tagespflege?

Es ist ein entschleunigtes Umfeld. Kinder werden individueller begleitet und laufen weniger Gefahr, in einer größeren Gruppe unterzugehen. Davon profitieren vor allem die stillen Kinder, die die Zuwendung nicht „einfordern“. Kleine und überschaubare Gruppen sind ein Vorteil für die kindliche Entwicklung.
Was würden Sie sich für die Kindertagespflege wünschen?
In der politischen Debatte ist häufig nur von Krippen und Kitas die Rede. Dabei geraten alternative Betreuungsformen aus dem Blick, obwohl gerade sie den Familien helfen, die auf flexiblere und persönlichere Unterstützung angewiesen sind. Ein Beispiel ist die alleinerziehende Mutter, die im Schichtdienst in der Altenpflege arbeitet und deren Bedarf sich mit den üblichen Öffnungszeiten schlicht nicht deckt. Positiv ist, dass die Qualität der Betreuungsausbildung bereits deutlich gestiegen ist. Die Zahl der Schulungsstunden hat sich nahezu verdoppelt. Diesen Weg gilt es konsequent weiterzugehen. Gleichzeitig braucht es mehr finanzielle Zuschüsse, damit vielfältige Betreuungsangebote für alle Familien zugänglich sind. Ebenso wichtig ist ein Betreuungsschlüssel, der den besonderen Bedürfnissen von Kindern unter 3 Jahren gerecht wird. Denn gerade in diesen prägenden Entwicklungsjahren können Versäumnisse später zu Schwierigkeiten führen, die am Ende nicht nur die Familien, sondern auch das gesamte System teuer zu stehen kommen.
Weitere Informationen unter: Kinderbetreuungsplatz jetzt finden | fmf Familienbüro

Bildnachweis: Copyright: fmf Familienbüro

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